Teaser Angela Hampel

Angela Hampel  

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Texte

Karin Weber

Angela Hampel ist eine herausragende Künstlerin, die gleich einer unverbesserlichen Aufklärerin, ihren figürlichen Botschaften vertraut. Ausgehend von entfesselten Selbstbefragungen, die teilweise groteske, karikaturhafte Züge aufweisen, kreisen ihre Themen immer wieder um Zwischenmenschliches, auf der Basis eines aufrichtigen, kraftvollen, weiblichen Selbstverständnisses. (...) Nach wie vor rebelliert sie gegen Selbstzufriedenheit und Schicksalsergebenheit, Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit. Dem liegt ein sozial-engagiertes Denken zugrunde, das keine esoterischen Elaborate kennt. Mit ursprünglicher Einfühlungskraft und einem sicheren Sinn für Humanes stellt sich die Künstlerin der erbarmungslosen Wirklichkeit. Angela Hampel ist erfüllt von einem tiefen Glauben an Gerechtigkiet und wahrhaftige Emanzipation, der sie dazu treibt, mit Besessenheit zu arbeiten, und das macht auch ihre menschliche Größe und künstlerische Wahrhaftigkeit aus.

"Kunst im Malzhaus - Kamenz", Ausstellungskatalog, 1996

Bernd Rosner

Neben Bildgestaltungen des Aufbegehrens, heftiger erotisch-dionysischer Obsessionen eines Geschlechterkampfes zwischen Lust und psychischer wie physischer Verletztheit, bekommen die meisten Arbeiten eine noch stärkere existenzielle Dimension, eine Ahnung des Zweifelns am Überlebenkönnen bei heftig gesteigertem Lebenswillen.

"Die Malerin Angela H. - Ort und Zeit" aus "Angela Hampel - Eine Künstlerin in Dresden 1982-1992" - Bilder, Graphiken, Objekte", Janus press, 1993

Bernd Rosner

Die Frau als Ichbild erscheint bei Angela Hampel als das zugleich stärkere als auch gefährdetere, ausgelieferte menschliche Wesen. Ihre Botschaft, die ästhetische, die sinnliche Ausstrahlung ihrer Arbeiten ist daher Provokation, Aufbegehren, Widerstand. Es ist der bild- und zeichenhaft ausgedrückte besagte hohe Anspruch an das Menschsein, von dem sie nicht lassen kann. Es ist daher natürlich und ganz einfach der aus einer inneren Befindlichkeit kommende Widerstand gegen die heute üblichen Arten von Anpassung und emotionaler, geistiger wie konsequent praktischer Bequemlichkeit. (...)
Ohne Umschweife, sprich: dekoratives Beiwerk - wie formalen Binnenstrukturen, bloßen Ornamenten, Gesten, die ins (bedeutungsmäßig) Leere gehen - kommt Angela Hampel zu Beziehungskernen, dringt ins Innere einer seelisch-körperlichen Verfassung. Das Expressive wird ekstatisch; alles andere als ein betuliches Erzählen, zeigen die Bildgestalten verkürzt, abrupt, erregt niedergeschrieben - vor allem in den Zeichnungen und im zeichnerischen Grundgerüst der Aquarelle und Malereien - einen Zustand der psychischen Unmittelbarkeit während des Schaffensvorganges. Ungelenk und zugleich fließend ergibt sich eine gebrochene Eleganz, wirkt ein Freiheitswille zwischen Verströmung und Gefährdung, setzt das genannte Animalische mit und im Weiblichen Signale der Sehnsucht, der Gier nach schwebendem Glückszustand wie der Angst des Verzweifelns.

"Angela Hampel", Galerie Schwind, Ausstellungskatalog, 1992
Herta Günther - C`est la vie | Ausstellung | Galerie Himmel

Aktuelle Ausstellung

Herta Günther - C`est la vie
11. Mai - 17. August 2019

Vernissage
Freitag, 10. Mai 2019, 19 Uhr

Einführung: Michael Wüstefeld, Lyriker und Essayist, Dresden

Musik: Florian Mayer, Violine
und Michael Kaden, Akkordeon