Vita brevis, ars longa. Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang. Klaus Drechsler schaut auf ein großes und über die Zeiten dauerndes Werk zurück, immer die fragile Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens im Blick. Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigen wir Gemälde und Plastiken aus dreißig Jahren Schaffenszeit.
Drechsler, Klaus. – „Atelierstillleben”
Drechsler, Klaus. – „Herbststillleben mit schwarzer Birne”
Drechsler, Klaus. – „Hyazinthen (rosa)”
Drechsler, Klaus. – „Abstelltisch mit Hummer”
Drechsler, Klaus. – „Eiertiegel”
Drechsler, Klaus. – „Weiblicher Torso I”
Drechsler, Klaus. – „Weiblicher Torso II (Amazone)”
Drechsler, Klaus. – „Behinderter”
Drechsler, Klaus. – „Der kleine Philosoph”
Drechsler, Klaus. – „Leidender II”
Drechsler, Klaus. – „Stillleben mit halber Melone”
Drechsler, Klaus. – „Vanitasstillleben mit Birne”
Drechsler, Klaus. – „Mädchenbüste”
Drechsler, Klaus. – „Äpfel, Birnen und Kürbisstück”
Drechsler, Klaus. – „Vanitasstillleben mit Maske”
Drechsler, Klaus. – „Spielkarten mit Granatapfel”
Drechsler, Klaus. – „Allegorie der Vergänglichkeit”
Drechsler, Klaus. – „Tod und Mädchen”
Drechsler, Klaus. – „Die Eitelkeit”
Drechsler, Klaus. – „Manfred II”
Drechsler, Klaus. – „Kürbisstück (Huldigung an PMB)”
Drechsler, Klaus. – „Herbstblatt (Ochsenzunge)”
Drechsler, Klaus. – „Maske mit Meeresschnecken”
Drechsler, Klaus. – „Sebastian”
Drechsler, Klaus. – „Raubfisch”
Drechsler, Klaus. – „Drei Paprikaschoten”
Drechsler, Klaus. – „Herbststillleben mit grünem Kürbis”
Drechsler, Klaus. – „Blaue und violette Hortensie”
Drechsler, Klaus. – „Liegende Schwangere”
Drechsler, Klaus. – „Frau mit gelber Mütze und Ohrring”
Drechsler, Klaus. – „Große Schwangere”
Drechsler, Klaus. – „Waldfunde mit Wildschweinschädel”
Drechsler, Klaus. – „Hommage für Jens Hackel”
Drechsler, Klaus. – „Zwei verdorbene Quitten auf Papier”
Drechsler, Klaus. – „Keifende Alte”
Drechsler, Klaus. – „Birnenstillleben mit weißem Holzhund”
Drechsler, Klaus. – „Spinat und Spiegelei”
Drechsler, Klaus. – „Stillleben mit rotem Meeresfisch I”
Drechsler, Klaus. – „Abstelltisch (mit Gabel, Flasche, Weißbrot und Eiertiegel)”
Drechsler, Klaus. – „Der Sieger”
Drechsler, Klaus. – „Peperoni, Knoblauch und Zwiebel”
Drechsler, Klaus. – „Pferde nach dem Schneeschauer”
Drechsler, Klaus. – „Orpheus in der Unterwelt”
Drechsler, Klaus. – „Winternacht am Joseph-Herrmann-Denkmal”
Drechsler, Klaus. – „Der Alte unter der Mondsichel”
Drechsler, Klaus. – „Breitmaulwendehals”
Drechsler, Klaus. – „Kleine Schwangere”
Drechsler, Klaus. – „Inderin”
Drechsler, Klaus. – „Greisin”
Klaus Drechsler
Klaus Drechsler schaut auf ein großes und über die Zeiten dauerndes Werk zurück, immer die fragile Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens im Blick. Sein malerisches, grafisches und plastisches Werk wuchs über fünf Jahrzehnte kontinuierlich und ohne innere Brüche, eigenständig und doch in stetiger Reibung mit der Kunstgeschichte und mit seiner Zeit.
Böhlitz, Michael / Himmel, Anja (Hrsg.). – „Klaus Drechsler. Vita brevis”.
2020. Galerie Himmel (Eigenverlag), Dresden. – Ausstellungskatalog, von Klaus Drechsler. – 21 x 21 cm (Format).
8°, Broschur, 138 S., 56 Werk-Abb., 2 fotogr. Portraits. - Katalog zur Jubiläumsausstellung anlässlich des 80. Geburtstages ″Klaus Drechsler - Vita brevis″ in der Galerie Himmel in Dresden, 22.5.-18.7.2020. - Geleitwort von Anja Himmel und Michael Böhlitz, Texte von Frank Oehmichen, Anke Fröhlich-Schauseil und Jördis Lademann. Ausführlicher Katalogteil mit wesentlichen Arbeiten des Künstlers. - Erstausgabe, neu.
Hineingeboren wird Klaus Drechsler in eine Landarbeiterfamilie, die nach Kriegsende ihre Heimat Schlesien verlassen muss. Die Erlebnisse durchziehender, mitunter völlig verrohter deutscher und sowjetischer Truppen überschatten Drechslers frühe Jahre. Von diesen, zum Teil traumatischen Erlebnissen bleibt ihm eine Verletzlichkeit, eine Feinfühligkeit und Hellhörigkeit, die seine Sinne schärft und Voraussetzung für sein künstlerisches Schaffen wird. Kindheit und Jugend verbringt Klaus Drechsler in der Lausitz. Später lässt er sich im idyllischen Wachwitzgrund am Stadtrand von Dresden nieder. In diesem Umfeld entsteht ein unverwechselbares Werk. In der Malerei klingen leise Töne an. Nicht von ungefähr ist das Tisch-Stillleben hier allgegenwärtig. Dreh– und Angelpunkt ist die Vanitas, der Kreislauf von Werden und Vergehen, das Verhältnis von Schönheit und Hinfälligkeit. Die Grundmotive, wie Schädel, Frucht oder Buch, sind unspektakulär und bieten geeignete Metaphern der Vergänglichkeit. Gedeckte, sanft aufleuchtende Farben bestimmen das kostbare Kolorit. Farbreich und doch gedämpft, mit sanften Übergängen von Licht und Schatten, entsteht ein stiller Klang, der von einer tiefen Achtung gegenüber dem Bildgegenstand zeugt. Seit den 1990er Jahren tritt die Plastik hinzu, in der er, ähnlich wie in der Zeichnung, um die Gestaltungsaufgabe Figur bei Mensch und Tier ringt. Literarisches, Charakterbilder, Menschliches und Allzumenschliches, all das findet eine forschende und zugleich enthüllende Darstellung, bis hin zu karikierenden und derb-drastischen Tönen. Seine Plastiken sind Schöpfungen eines genialen Gestalters, der seine Figuren vor allem erzählen will. Licht und Schatten verfangen sich auf der schrundig zerklüfteten Oberfläche der bronzenen Außenhaut. Die gleichsam vibrierenden Flächen werden geradezu malerisch patiniert. Auch hierin offenbart sich der Maler im Plastiker. All jenen Schöpfungen von Klaus Drechsler, sei es in der Malerei oder in der Plastik, eignet diese gewisse Sanftheit, dieser humane Grundakkord, seine Demut gegenüber dem Ding, seine Menschenliebe und sein heiliges Staunen über die Beschaffenheit der Welt offenbarend.
Klaus Drechsler,
Atelierstillleben, 2012
Öl auf Holz, 44,0 x 58,0 cm