Lutz Bleidorn
Katzensilber Wasserschwarz

31. Januar 2026 — 11. April 2026

Seit vielen Jahren schon begleiten wir als Galerie den Weg des 1973 in Rendsburg geborenen Malers Lutz Bleidorn, dessen Biografie und künstlerisches Schaffen zwischen seinen Lebenspolen Schleswig-Holstein und Dresden pendelt.

Voller Vorfreude kündigen wir hiermit eine Ausstellung mit neuen Arbeiten des Künstlers an. Zur Vernissage am Freitag, 30. Januar 2026, 19 Uhr, laden wir herzlich ein.

Laudatio: Dr. Teresa Ende, Kunstwissenschaftlerin, Dresden

  • Gasthof Mühle
    Bleidorn, Lutz. – „Gasthof Mühle”
  • Hinterm Haus
    Bleidorn, Lutz. – „Hinterm Haus”
  • Winter vor der Stadt
    Bleidorn, Lutz. – „Winter vor der Stadt”
  • Mutter
    Bleidorn, Lutz. – „Mutter”
  • Das leere Haus
    Bleidorn, Lutz. – „Das leere Haus”
  • Die Stadt im Dezember
    Bleidorn, Lutz. – „Die Stadt im Dezember”
  • Der Abendspaziergang
    Bleidorn, Lutz. – „Der Abendspaziergang”
  • Die Stadt G
    Bleidorn, Lutz. – „Die Stadt G”
  • In einer reicheren Welt
    Bleidorn, Lutz. – „In einer reicheren Welt”
  • Kleinstadtjunge
    Bleidorn, Lutz. – „Kleinstadtjunge”
  • Im Gehege
    Bleidorn, Lutz. – „Im Gehege”
  • Novemberabend
    Bleidorn, Lutz. – „Novemberabend”
  • Spätsommerträumer
    Bleidorn, Lutz. – „Spätsommerträumer”
  • Saint 81
    Bleidorn, Lutz. – „Saint 81”
  • Schwan und Mond
    Bleidorn, Lutz. – „Schwan und Mond”
  • Früher März
    Bleidorn, Lutz. – „Früher März”
  • Winter am Wehr
    Bleidorn, Lutz. – „Winter am Wehr”
  • Nachtszene (Sally, die Heldin)
    Bleidorn, Lutz. – „Nachtszene (Sally, die Heldin)”
  • Der Morgen danach
    Bleidorn, Lutz. – „Der Morgen danach”
  • Spätsommerwolken
    Bleidorn, Lutz. – „Spätsommerwolken”
  • Schülp Weiche
    Bleidorn, Lutz. – „Schülp Weiche”
  • Ein Tag im Mai
    Bleidorn, Lutz. – „Ein Tag im Mai”
  • Wanderer in der Stadt der Ahnen
    Bleidorn, Lutz. – „Wanderer in der Stadt der Ahnen”
  • The Mountain
    Bleidorn, Lutz. – „The Mountain”
  • Bäume am Klint
    Bleidorn, Lutz. – Dresdner Heide. – „Bäume am Klint”
  • Akelei
    Bleidorn, Lutz. – Dresdner Heide. – „Akelei”
  • Blühender Bärlauch
    Bleidorn, Lutz. – Dresdner Heide. – „Blühender Bärlauch”
  • Am Waldteich
    Bleidorn, Lutz. – Dresdner Heide. – „Am Waldteich”
Lutz Bleidorn

Lutz Bleidorn

Lutz Bleidorns Malerei ist wesentlich inspiriert von der Umgebung seiner Heimatstadt Rendsburg in Schleswig-Holstein. In seinen Bildern sammelt und sortiert er landschaftliche Eindrücke, markante Architekturen, aber auch Ereignisse und Träume aus Kindheitstagen. Dabei wandelt er auf dem schmalen Grad zwischen Verstand und Gefühl, zwischen Konstruktion und Intuition, und spiegelt damit den existenziellen Dualismus des modernen Menschen. Mit seiner individuellen Bildsprache zählt Lutz Bleidorn zu den herausragenden Künstlern seiner Generation.

Details

Einführung

Glimmerschiefer, dunkle Wasser, üppige Blüten, Nachtgestalten. Blicklose Augen, Fassaden und Fenster, ein Säugling mit Blaumeise unterm Schutzmantel. Auch in seinen neuesten Bildfindungen liefert der zeitgenössische Maler und Grafiker Lutz Bleidorn keine geschlossenen Illusionen. Seine vielschichtigen Bildwelten sind voller Brüche und Verschiebungen, weil sie Realität mit Fiktion und Imagination verbinden, Vergangenheit mit Gegenwart, persönlich Erlebtes mit Geträumtem.

Im Jahr 1973 in Rendsburg in Schleswig-Holstein geboren, schloss Lutz Bleidorn 2011 das Meisterschülerstudium bei Elke Hopfe an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste ab. Seit 2019 ist er wieder in Rendsburg ansässig. Seine Ausstellung »Katzensilber Wasserschwarz« ist die vierte Einzelschau des Künstlers in der Galerie Himmel. Sie vereint mehr als 20 neue Gemälde aus dem Zeitraum von 2024 bis 2026, außerdem eine Auswahl seiner Collagen und Grafitzeichnungen.

Eine Grundlage für Bleidorns Werkprozess bilden Dias, Fotografien und das Zeichnen in der Natur, wobei er einzelne Blumen und Bäume oder größere Landschaftsausschnitte festhält. Auf Basis der skizzierten Natureindrücke, von erinnerten Bildern, prägenden Erlebnissen und Traumsequenzen bestimmter Orte oder Figuren entstehen dann im Atelier auf Papier oder Leinwand komplexe Bildgefüge, in denen der Künstler die eigene Familiengeschichte, seine Identität und Wahrnehmung ebenso thematisiert wie die Beziehung zwischen Mensch und Natur.

Bleidorns Kompositionen sind entweder als fluide Wimmelbilder angelegt, wie in der Strandszene »Saint 81« und in der adventskalenderhaften Darstellung »Die Stadt im Dezember«. Oder er baut die Bildräume als additive Gefüge von Farbflächen, fragmentarischen Gegenständen und Figuren oder deren Bruchstücken, wie in der Greifswald-Reflexion »Die Stadt G«, »Abendspaziergang« oder, noch spielerischer, in den Collagen »The Mountain«, »Wanderer in der Stadt der Ahnen« und In den »Hüttener Bergen«.

Gegenständlichkeit und Abstraktion stehen in Lutz Bleidorns Kunst grundsätzlich gleichberechtigt nebeneinander und kommen auch innerhalb eines Bildes, ähnlich einer Pendelbewegung zwischen Konkretion und Offenheit, zur gegenseitigen Wirkungssteigerung zum Einsatz. Man betrachte etwa die von abstrakten Farbfeldern umgebenen Architekturfragmente in »Die Stadt G« oder die Darstellung einer aufsteigenden Möwe in der großformatigen Arbeit »Saint 81«, wo sich der linke Flügel des Vogels in Wolken aufzulösen scheint. Das Bild als glaubhafte Illusion von Figürlichkeit und Perspektive kippt und lädt die Betrachtenden auf diese Weise zur Reflexion über die Wirklichkeit und den Status von Bildern ein. Der Wechsel zwischen pastosen malerischen Texturen und lasierenden Farbübergängen, zwischen beinahe reliefhaft- schrundigem Auftrag und glatten Oberflächen, zwischen Farbverlauf und Schnittkante macht die Betrachtung von Lutz Bleidorns Arbeiten dabei umso mehr zu einem besonders lebendigen visuellen Erlebnis voller Brüche.

Teresa Ende