Lutz Bleidorn
Sieben Leben. Malerei, Collage & Zeichnung

30. November 2019 — 25. Januar 2020

  • Change of Season
    Bleidorn, Lutz. – „Change of Season”
  • Danke an die Fichten
    Bleidorn, Lutz. – „Danke an die Fichten”
  • Die Rauhnächte
    Bleidorn, Lutz. – „Die Rauhnächte”
  • Gute Nacht Schlubby
    Bleidorn, Lutz. – „Gute Nacht Schlubby”
  • Abendstunde am Ortsausgang
    Bleidorn, Lutz. – „Abendstunde am Ortsausgang”
  • 80er Tapete
    Bleidorn, Lutz. – „80er Tapete”
  • Spätsommer
    Bleidorn, Lutz. – „Spätsommer”
  • Stifters Landschaft
    Bleidorn, Lutz. – „Stifters Landschaft”
  • Das Brombeerhaus
    Bleidorn, Lutz. – „Das Brombeerhaus”
  • Am Armensee
    Bleidorn, Lutz. – „Am Armensee”
  • Schiff im Nebel
    Bleidorn, Lutz. – „Schiff im Nebel”
  • Jahrmarkt 86
    Bleidorn, Lutz. – „Jahrmarkt 86”
  • Der Sonntagsspaziergang
    Bleidorn, Lutz. – „Der Sonntagsspaziergang”
  • Abend
    Bleidorn, Lutz. – „Abend”
  • Die Brücke
    Bleidorn, Lutz. – „Die Brücke”
  • Klinter Weg
    Bleidorn, Lutz. – „Klinter Weg”
  • In der Feldmark
    Bleidorn, Lutz. – „In der Feldmark”
  • Der Entenmann
    Bleidorn, Lutz. – „Der Entenmann”
  • Kirche
    Bleidorn, Lutz. – „Kirche”
  • An die Nachtgespenster
    Bleidorn, Lutz. – „An die Nachtgespenster”
  • Hotel Sonne
    Bleidorn, Lutz. – „Hotel Sonne”
  • Stadthaus
    Bleidorn, Lutz. – „Stadthaus”
  • Die alte Stadt
    Bleidorn, Lutz. – „Die alte Stadt”
  • Rendsburger Herbst
    Bleidorn, Lutz. – „Rendsburger Herbst”
  • Frachter
    Bleidorn, Lutz. – „Frachter”
  • Eine Stadt im Abend
    Bleidorn, Lutz. – „Eine Stadt im Abend”
  • Tanker
    Bleidorn, Lutz. – „Tanker”
  • Materialhofstraße / Violette Stunde
    Bleidorn, Lutz. – „Materialhofstraße / Violette Stunde”
  • Seegasthof
    Bleidorn, Lutz. – „Seegasthof”
  • Dresdner Heide III
    Bleidorn, Lutz. – „Dresdner Heide III”
  • Dresdner Heide IV
    Bleidorn, Lutz. – „Dresdner Heide IV”
  • Dresdner Heide I
    Bleidorn, Lutz. – „Dresdner Heide I”
  • Dresdner Heide V
    Bleidorn, Lutz. – „Dresdner Heide V”
Lutz Bleidorn

Lutz Bleidorn

Lutz Bleidorns Malerei ist wesentlich inspiriert von der Umgebung seiner Heimatstadt Rendsburg in Schleswig-Holstein. In seinen Bildern sammelt und sortiert er landschaftliche Eindrücke, markante Architekturen, aber auch Ereignisse und Träume aus Kindheitstagen. Dabei wandelt er auf dem schmalen Grad zwischen Verstand und Gefühl, zwischen Konstruktion und Intuition, und spiegelt damit den existenziellen Dualismus des modernen Menschen. Mit seiner individuellen Bildsprache zählt Lutz Bleidorn zu den herausragenden Künstlern seiner Generation.

Details

Einführung

Kindheitserinnerungen, Landschaftsfragmente, Traumbilder. Der in Rendsburg und Dresden tätige Maler Lutz Bleidorn ist ein Meister im Entwerfen persönlicher Sehnsuchtsbilder, ohne je im engeren Sinne beschreibend oder narrativ zu sein. Die seinen Werken zugrundeliegenden Orte eignet sich der Künstler im Prozess der Bildwerdung ebenso an wie Farbe, Figur und Form. Im Jahr 1973 in Rendsburg in Schleswig-Holstein geboren, schloss Lutz Bleidorn 2011 das Meisterschülerstudium bei Elke Hopfe an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste ab. Seine Arbeiten sind stets eng mit dem persönlichen Erleben verbunden, sei es die momentane Lebenssituation des Künstlers oder die Erinnerungen an die Orte seiner Kindheit, wie die Umgebung des Elternhauses in Klinter Weg, das Wäldchen am Ortsausgang in Abendstimmung, Die Brücke auf dem Schulweg, der Armensee. Während Lutz Bleidorn Seheindrücke und Erinnerungen lange in abstrakten Bildkompositionen verarbeitete, sind die in der Ausstellung versammelten Gemälde, Collagen, Gouacheund Graphitzeichnungen im Kern gegenständlich und stammen beinahe ausschließlich aus dem für den Künstler höchst produktiven Jahr 2019. Ausgehend von Natureindrücken, von Fotografien und vor Ort geschaffenen Hand- und Pinselzeichnungen entstehen im Nachgang im Atelier klein- und großformatige Ölgemälde, die dem Ausgangsmaterial zwar immer verpflichtet bleiben, aber als Ergebnis eines sensiblen Aneignungsprozesses doch erfunden und komponiert sind. So werden die Farben jenes Flusses unter der Brücke aus Kindertagen im Gemälde zu einem fein abgestimmten atmosphärischen Ensemble aus Grün-, Grau- und Beigenuancen sublimiert und Rendsburger Ansichten in kalkigen und dabei warmen Rosa- und Violetttönen verdichtet. Ähnlich verhält es sich mit den Figuren in Lutz Bleidorns Bildwelten. Es handelt sich um Einzelgänger, die entweder allein auftreten oder aber nebeneinander aufgebaut werden. Selten berühren sie einander, sodass selbst im kleinen Format der Eindruck von Weite und einer gewissen Verlorenheit entsteht. Es ist eine surreale Versammlung aus Traum und Wirklichkeit, Vergangenheit und Gegenwart. Die Anatomie der so geschaffenen Arbeiten ist höchst unterschiedlich: Einige zelebrieren die Illusion räumlicher Tiefe, wie das Bild Klinter Weg, in dem eine Straße am Horizont im Dickicht des Waldes verschwindet. Die Linien der Äste der Bäume aber konterkarieren die erzeugte Tiefenillusion wieder und zelebrieren das Bild als zweidimensionale Fläche. Ein ähnlich hybrides Raumgebilde entsteht in Hotel Sonne, wenn Teile der dargestellten Fassade im Auge des Betrachters vor- und zurückzuspringen scheinen, sodass wir mal von Außen nach Innen, von Innen nach Außen und dann wieder von einem Außen auf ein anderes Außen blicken. Letzteres wird vom Maler auf die Spitze getrieben in Der Sonntagsspaziergang: Wie auf einem Bildteppicherscheinen Fragmente der Rendsburger Silhouette, Gebäude und Mauern, stilisierte kleine Bäume und Sträucher als Chiffren von Natur und Farbfelder auf einer Ebene wie Flecken nebeneinander. Doch die programmatische, zum Teil irritierende Gleichzeitigkeit von Flächigkeit und Tiefe sprengt die „wabernden“ Bilder Lutz Bleidorns nicht, die permanente Veränderung des Seheindrucks macht sie lebendig. Beunruhigung als Lebensversicherung, Uneindeutigkeit als Lebenselixier. Teresa Ende