Wieland Förster, 1930 in Dresden geboren, zählt zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Mit seinen Figuren, seien es Verzweifelte, Hoffende oder Liebende, legt er Zeugnis für den Menschen ab. Wir schätzen uns glücklich, Ihnen Plastiken und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen des Künstlers präsentieren zu können.
Förster, Wieland. – „Kruzifixus”
Förster, Wieland. – „Kleiner männlicher Torso - 13. Februar 1945”
Förster, Wieland. – „Schmerz”
Förster, Wieland. – „Prenzlauer Berg”
Förster, Wieland. – „Schlafende”
Förster, Wieland. – „Pietà”
Förster, Wieland. – „Kleiner trauernder Mann”
Förster, Wieland. – „Kleine Gruppe I”
Förster, Wieland. – „Mänade II”
Förster, Wieland. – „Kleine ruhende Mänade”
Förster, Wieland. – „Mänade I”
Förster, Wieland. – „Hero”
Förster, Wieland. – „Ohne Titel (Kleine Liegende)”
Förster, Wieland. – „Sitzende Halbfigur, die Hände im Schoß”
Förster, Wieland. – „Marilyn '50”
Förster, Wieland. – „Weiblicher Torso”
Förster, Wieland. – „Akt mit angezogenem Bein”
Förster, Wieland. – „Torso einer Liegenden”
Förster, Wieland. – „Rügen”
Förster, Wieland. – „Preußische Ebene”
Förster, Wieland. – „Umarmung I (Relief)”
Förster, Wieland. – „Kleines Paar”
Förster, Wieland. – „Großer Einblick II”
Förster, Wieland. – „Weiblicher Torso II”
Förster, Wieland. – „Bewegter Torso”
Förster, Wieland. – „Kleine Schlafende”
Förster, Wieland. – „Ohne Titel (Schlafende)”
Förster, Wieland. – „Apoll und Daphne”
Förster, Wieland. – „Zu Penthesilea III”
Förster, Wieland. – „Bildnis Elfriede Jelinek V”
Förster, Wieland. – „Bildnis Otto Niemeyer-Holstein”
Förster, Wieland. – „Penthesilea-Gruppe I”
Förster, Wieland. – „Portrait Otmar Suitner”
Förster, Wieland. – „Sitzende mit angezogenem Bein”
Die Plastiken des großen europäischen Bildhauers Wieland Försters gehören zu den Ikonen der Bildhauerkunst des 20. Jahrhunderts. Seine Werke knüpfen an die Tradition der Bildhauerei seit August Rodin an, der das Fragment zur Kunstform erhob. Sie verarbeiten schöpferisch Einflüsse von Bildhauern der Klassischen Moderne wie Brancusi, Arp oder Moore. Wieland Förster zeigt einerseits Schmerz, Leid und Martyrium, andererseits Schönheit, Sinnlichkeit und Eros - Metaphern des Barbarischen und des Humanen.
Böhlitz, Michael / Himmel, Anja (Hrsg.). – „Wieland Förster. Zeugnis ablegen für den Menschen”.
2022. Galerie Himmel (Eigenverlag), Dresden. – Ausstellungskatalog, von Wieland Förster. – 21 x 21 cm (Format).
8°, Broschur, 104 S., 60 Abb. – Katalog zur Ausstellung ″Wieland Förster. Zeugnis ablegen für den Menschen″ in der Galerie Himmel in Dresden, 2. Juli - 10. September 2022. – Vorwort von Anja Himmel und Michael Böhlitz, Text von Bernhard Maaz. – Ausführlicher Katalog mit zahlreichen Werk-Abb. – Erstausgabe, neu.
Wieland Förster, 1930 in Dresden geboren und heute bei Oranienburg lebend, zählt zu den großen deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Er sei Bildhauer geworden, weil er »an bestimmten Grundverletzungen litt... Es war der Versuch, aufzuarbeiten, was an Erschütterungen in mich eingedrungen ist.« Wieland Förster erlebte 1945 die Bombenangriffe auf seine Heimatstadt Dresden und ihren Untergang. Durch unglückliche Umstände wurde der 16-jährige 1946 zu siebeneinhalb Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Im Zuge einer Amnestie nach dreieinhalb Jahren aus dem Speziallager Bautzen entlassen, lag seine Jugend hinter ihm. »Hier, im Speziallager Bautzen, in weit mehr als tausend Nächten, schwor ich mir, ab 1947 in den Sterbebaracken vegetierend, lebenslang aufzustehen gegen Gewalt und vehement Zeugnis abzulegen für den Menschen«, so der Bildhauer. Nach einer Ausbildung zum Technischen Zeichner begann er 1953 bei Walter Arnold in Dresden das Studium der Bildhauerei. Als Meisterschüler Fritz Cremers kam er 1959 an die Deutsche Akademie der Künste in Ost- Berlin. Schon 1961 musste der bekennende »Formalist« abbrechen und arbeitete fortan in einem kleinen Berliner Ladenatelier an seinem Lebenswerk. Försters Hauptthema ist der Mensch. Nicht nur der Leidende, der körperlich und seelisch Versehrte, wie er ihn für Dresden mit dem »Großen Trauernden« (1982/83) oder später mit dem gehäuteten und unterworfenen »Marsyas - Jahrhundertbilanz« (1999) geschaffen hat. Auch die vitale, sinnlich-schöne Frauenfigur, der Torso als Fragment, die wie ineinander verwachsenen Paare sowie das Porträt zwischen Abstraktion und Individualität zeigen sein eindringliches Menschenbild. 1967 empfing Wieland Förster während einer Reise nach Tunesien sein Ur-Erlebnis, wurden ihm »die Unvergänglichkeit der Felsen in ihren unabsehbar reichen Formationen und das unzerstörbare, wenn auch verletzbare Wachstum des Ölbaums« zu Gleichnissen seines bildkünstlerischen Schaffens. Formal hatte ihn schon Jahre zuvor die Entdeckung der Eiform zur Grundform für sein Werk geführt. Jede Figur, jeder Torso wird aus unterschiedlich geneigten, ja gerichteten Eiformen rhythmisch aufgebaut. Unabhängig von Kunstströmungen und Moden fand Wieland Förster zu einem plastischen Ausdruck, der die Errungenschaften der modernen Plastik seit dem späten 19. Jahrhundert in sich vereint. Vieles verbindet ihn mit August Rodin, der das Fragment zur Kunstform erhob. Zu nennen sind Ernst Barlach, Wilhelm Lehmbruck und Henry Moore. Auch Alberto Giacometti, Constantin Brancusi und Bernhard Heiliger haben ihn beeindruckt und doch nie zum Nachahmer gemacht. Einem optimistisch idealisierten Menschenbild sind seine Formfindungen nicht verpflichtet. Für sie schöpfte er tief aus dem eigenen Erleben und der Tradition.
Wieland Förster,
Kruzifixus, 2004
Bronze, 99,5 x 51,5 x 21,5 cm