Karl Schmidt-Rottluff

Als führender Initiator der 1905 gegründeten Dresdner Künstlergruppe ›Brücke‹ strebte der expressionistische Maler und Grafiker Karl Schmidt-Rottluff zu einer radikal vereinfachenden Darstellung seiner Bildgegenstände, wobei der eigentliche Schlüssel seiner Malerei die von realen Lokaltönen befreite Farbkomposition war. Die reduzierte kräftige Kontur und die leuchtende Farbe als Ausdrucksträger blieben bis ins hohe Alter des erst 1976 Verstorbenen stil- und werkbestimmende Dominante seiner Kunst.

Karl Schmidt-Rottluff

Vita

1884 geboren in Rottluff bei Chemnitz
1905/1906 Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Dresden
1905 Gründung der Künstlergruppe ›Brücke‹ in Dresden, gemeinsam mit Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Erich Heckel
im November erste Ausstellung der Gruppe in der Kunsthalle Beyer & Sohn in Leipzig
1907 in Hamburg Bekanntschaft mit dem Kunstkritiker Gustav Schiefler und der Sammlerin Rosa Schapire, die ihn lebenslang fördern sollte
1911 Begegnung mit Lyonel Feininger und Otto Müller in Berlin
1913 Sommeraufenthalt in Nidden, Kurische Nehrung
1914 Ausstellung im Folkwang-Museum Essen
1915-1918 als Soldat im Ersten Weltkrieg bei einem Armierungsbataillon in Nordrussland und Litauen
1919 Heirat mit Emmy Frisch
1920 Ausstellung in der Kestner-Gesellschaft in Hannover
1920-1931 regelmäßige Sommeraufenthalte in Jershöft (heute polnisch Jarosawiec)
1923 Italienreise mit den Bildhauern Georg Kolbe und Richard Scheibe
1925 Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim
1931 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste Berlin
1937 in der nationalsozialistischen Feme-Ausstellung »Entartete Kunst« mit 25 Gemälden vertreten
1941 Ausschluss aus der Reichskammer der bildenden Künste und Berufsverbot
1943 Verlust des Ateliers in Berlin und Rückkehr nach Rottluff
1946 Ehrenbürgerschaft der Stadt Chemnitz und Ausstellung in den Städtischen Kunstsammlungen Chemnitz
1947 Berufung als Professor an die Hochschule für Bildende Künste Berlin (West)
1954 zum 70. Geburtstag Ausstellungen in der Kunsthalle Kiel, im Kunstverein Hamburg, im Schloss Charlottenburg Berlin und in der Staatsgalerie Stuttgart
1967 Eröffnung des Brücke-Museums in Berlin (West)
1976 gestorben in Berlin (West)
Aus einer Fülle an Beobachtungen gewonnen, sollte sich im Bildorganismus mit seiner Strenge der Komposition etwas von dem offenbaren, was die Natur zum Gleichnis macht. (...) Schmidt-Rottluff erstrebte die Stärke eines Gefühlsausdrucks, der sich frei und ungehemmt im Formdenken und Farbeinsatz ausleben kann, ohne den Zusammenhang mit der Wirklichkeit aufzugeben.
Horst Jähner
Künstlergruppe Brücke, Berlin: Henschelverlag 1984

weitere Ausstellungen

1910 Galerie Arnold, Dresden (Beteiligung)
1912 Galerie Commeter, Hamburg (Beteiligung)
Kunstsalon Fritz Gurlitt, Berlin (Beteiligung)
1917 Neue Kunst Hans Goltz, München
1920 Kestner Gesellschaft, Hannover
1922 Galerie Ferdinand Möller, Berlin
1927 Galerie Ernst Arnold, Dresden
1931 Galerie J. B. Neumann und Günther Franke, München
1946 Schloßbergmuseum, Chemnitz
1948 Galerie Henning, Halle/Saale
1952 Kestner Gesellschaft, Hannover
1953 Galerie Ferdinand Möller, Köln
1957 Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt/Main
1959 Galerie Günther Franke, München
Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt/Main
1960 Technische Hochschule Dresden
1964 Kupferstichkabinett, Berlin/West
1969 Staatsgalerie Stuttgart
1973 Galerie Günther Franke, München
Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt/Main
1972 Galerie Lempertz Contempora, Köln
1974 Galerie Roswitha Haftmann Modern Art, Zürich
Städtische Kunstsammlung, Karl-Marx-Stadt
Nationalgalerie, Berlin/Ost
Gemäldegalerie Neue Meister, Dresden
1985 Galerie Thomas, München
Städtische Galerie Würzburg
2011 Ernst-Barlach-Haus, Hamburg
Brücke-Museum, Berlin
2010/2011 Saarlandmuseum, Saarbrücken
2015/2016 Kunstsammlungen Chemnitz
2016 Städtische Kunstsammlungen Chemnitz
2018 Bucerius Kunst Forum, Hamburg
2018/2019 Buchheim Museum, Bernried