Klaus Drechsler
Vita brevis

04. April 2020 — 13. Juni 2020

Vita brevis, ars longa. Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang. Klaus Drechsler schaut auf ein großes und über die Zeiten dauerndes Werk zurück, immer die fragile Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens im Blick. Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigen wir Gemälde und Plastiken aus dreißig Jahren Schaffenszeit.

  • Klaus Drechsler – „Atelierstillleben“
    Drechsler, Klaus. – „Atelierstillleben”
  • Klaus Drechsler – „Herbststillleben mit schwarzer Birne“
    Drechsler, Klaus. – „Herbststillleben mit schwarzer Birne”
  • Klaus Drechsler – „Hyazinthen (rosa)“
    Drechsler, Klaus. – „Hyazinthen (rosa)”
  • Klaus Drechsler – „Abstelltisch mit Hummer“
    Drechsler, Klaus. – „Abstelltisch mit Hummer”
  • Klaus Drechsler – „Eiertiegel“
    Drechsler, Klaus. – „Eiertiegel”
  • Klaus Drechsler – „Weiblicher Torso I“
    Drechsler, Klaus. – „Weiblicher Torso I”
  • Klaus Drechsler – „Weiblicher Torso II (Amazone)“
    Drechsler, Klaus. – „Weiblicher Torso II (Amazone)”
  • Klaus Drechsler – „Behinderter“
    Drechsler, Klaus. – „Behinderter”
  • Klaus Drechsler – „Der kleine Philosoph“
    Drechsler, Klaus. – „Der kleine Philosoph”
  • Klaus Drechsler – „Leidender II“
    Drechsler, Klaus. – „Leidender II”
  • Klaus Drechsler – „Stillleben mit halber Melone“
    Drechsler, Klaus. – „Stillleben mit halber Melone”
  • Klaus Drechsler – „Vanitasstillleben mit Birne“
    Drechsler, Klaus. – „Vanitasstillleben mit Birne”
  • Klaus Drechsler – „Mädchenbüste“
    Drechsler, Klaus. – „Mädchenbüste”
  • Klaus Drechsler – „Äpfel, Birnen und Kürbisstück“
    Drechsler, Klaus. – „Äpfel, Birnen und Kürbisstück”
  • Klaus Drechsler – „Vanitasstillleben mit Maske“
    Drechsler, Klaus. – „Vanitasstillleben mit Maske”
  • Klaus Drechsler – „Spielkarten mit Granatapfel“
    Drechsler, Klaus. – „Spielkarten mit Granatapfel”
  • Klaus Drechsler – „Allegorie der Vergänglichkeit“
    Drechsler, Klaus. – „Allegorie der Vergänglichkeit”
  • Klaus Drechsler – „Tod und Mädchen“
    Drechsler, Klaus. – „Tod und Mädchen”
  • Klaus Drechsler – „Die Eitelkeit“
    Drechsler, Klaus. – „Die Eitelkeit”
  • Klaus Drechsler – „Manfred II“
    Drechsler, Klaus. – „Manfred II”
  • Klaus Drechsler – „Kürbisstück (Huldigung an PMB)“
    Drechsler, Klaus. – „Kürbisstück (Huldigung an PMB)”
  • Klaus Drechsler – „Herbstblatt (Ochsenzunge)“
    Drechsler, Klaus. – „Herbstblatt (Ochsenzunge)”
  • Klaus Drechsler – „Maske mit Meeresschnecken“
    Drechsler, Klaus. – „Maske mit Meeresschnecken”
  • Klaus Drechsler – „Sebastian“
    Drechsler, Klaus. – „Sebastian”
  • Klaus Drechsler – „Raubfisch“
    Drechsler, Klaus. – „Raubfisch”
  • Klaus Drechsler – „Drei Paprikaschoten“
    Drechsler, Klaus. – „Drei Paprikaschoten”
  • Klaus Drechsler – „Herbststillleben mit grünem Kürbis“
    Drechsler, Klaus. – „Herbststillleben mit grünem Kürbis”
  • Klaus Drechsler – „Blaue und violette Hortensie“
    Drechsler, Klaus. – „Blaue und violette Hortensie”
  • Klaus Drechsler – „Liegende Schwangere“
    Drechsler, Klaus. – „Liegende Schwangere”
  • Klaus Drechsler – „Frau mit gelber Mütze und Ohrring“
    Drechsler, Klaus. – „Frau mit gelber Mütze und Ohrring”
  • Klaus Drechsler – „Große Schwangere“
    Drechsler, Klaus. – „Große Schwangere”
  • Klaus Drechsler – „Waldfunde mit Wildschweinschädel“
    Drechsler, Klaus. – „Waldfunde mit Wildschweinschädel”
  • Klaus Drechsler – „Hommage für Jens Hackel“
    Drechsler, Klaus. – „Hommage für Jens Hackel”
  • Klaus Drechsler – „Zwei verdorbene Quitten auf Papier“
    Drechsler, Klaus. – „Zwei verdorbene Quitten auf Papier”
  • Klaus Drechsler – „Keifende Alte“
    Drechsler, Klaus. – „Keifende Alte”
  • Klaus Drechsler – „Birnenstillleben mit weißem Holzhund“
    Drechsler, Klaus. – „Birnenstillleben mit weißem Holzhund”
  • Klaus Drechsler – „Spinat und Spiegelei“
    Drechsler, Klaus. – „Spinat und Spiegelei”
  • Klaus Drechsler – „Stillleben mit rotem Meeresfisch I“
    Drechsler, Klaus. – „Stillleben mit rotem Meeresfisch I”
  • Klaus Drechsler – „Abstelltisch (mit Gabel, Flasche, Weißbrot und Eiertiegel)“
    Drechsler, Klaus. – „Abstelltisch (mit Gabel, Flasche, Weißbrot und Eiertiegel)”
  • Klaus Drechsler – „Der Sieger“
    Drechsler, Klaus. – „Der Sieger”
  • Klaus Drechsler – „Peperoni, Knoblauch und Zwiebel“
    Drechsler, Klaus. – „Peperoni, Knoblauch und Zwiebel”
  • Klaus Drechsler – „Pferde nach dem Schneeschauer“
    Drechsler, Klaus. – „Pferde nach dem Schneeschauer”
  • Klaus Drechsler – „Orpheus in der Unterwelt“
    Drechsler, Klaus. – „Orpheus in der Unterwelt”
  • Klaus Drechsler – „Winternacht am Joseph-Herrmann-Denkmal“
    Drechsler, Klaus. – „Winternacht am Joseph-Herrmann-Denkmal”
  • Klaus Drechsler – „Der Alte unter der Mondsichel“
    Drechsler, Klaus. – „Der Alte unter der Mondsichel”
  • Klaus Drechsler – „Breitmaulwendehals“
    Drechsler, Klaus. – „Breitmaulwendehals”
  • Klaus Drechsler – „Kleine Schwangere“
    Drechsler, Klaus. – „Kleine Schwangere”
  • Klaus Drechsler – „Inderin“
    Drechsler, Klaus. – „Inderin”
  • Klaus Drechsler – „Greisin“
    Drechsler, Klaus. – „Greisin”
Klaus Drechsler

Klaus Drechsler

Klaus Drechsler schaut auf ein großes und über die Zeiten dauerndes Werk zurück, immer die fragile Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens im Blick. Sein malerisches, grafisches und plastisches Werk wuchs über fünf Jahrzehnte kontinuierlich und ohne innere Brüche, eigenständig und doch in stetiger Reibung mit der Kunstgeschichte und mit seiner Zeit.

Details

Katalog

Katalog

Böhlitz, Michael / Himmel, Anja (Hrsg.). – „Klaus Drechsler. Vita brevis”.

2020. Galerie Himmel (Eigenverlag), Dresden. – Ausstellungskatalog, von Klaus Drechsler. – 21 x 21 cm (Format).

8°, Broschur, 138 S., 56 Werk-Abb., 2 fotogr. Portraits. - Katalog zur Jubiläumsausstellung anlässlich des 80. Geburtstages ″Klaus Drechsler - Vita brevis″ in der Galerie Himmel in Dresden, 22.5.-18.7.2020. - Geleitwort von Anja Himmel und Michael Böhlitz, Texte von Frank Oehmichen, Anke Fröhlich-Schauseil und Jördis Lademann. Ausführlicher Katalogteil mit wesentlichen Arbeiten des Künstlers. - Erstausgabe, neu.

VP 18.00 €

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Einführung

Hineingeboren wird Klaus Drechsler in eine Landarbeiterfamilie, die nach Kriegsende ihre Heimat Schlesien verlassen muss. Die Erlebnisse durchziehender, mitunter völlig verrohter deutscher und sowjetischer Truppen überschatten Drechslers frühe Jahre. Von diesen, zum Teil traumatischen Erlebnissen bleibt ihm eine Verletzlichkeit, eine Feinfühligkeit und Hellhörigkeit, die seine Sinne schärft und Voraussetzung für sein künstlerisches Schaffen wird. Kindheit und Jugend verbringt Klaus Drechsler in der Lausitz. Später lässt er sich im idyllischen Wachwitzgrund am Stadtrand von Dresden nieder. In diesem Umfeld entsteht ein unverwechselbares Werk. In der Malerei klingen leise Töne an. Nicht von ungefähr ist das Tisch-Stillleben hier allgegenwärtig. Dreh– und Angelpunkt ist die Vanitas, der Kreislauf von Werden und Vergehen, das Verhältnis von Schönheit und Hinfälligkeit. Die Grundmotive, wie Schädel, Frucht oder Buch, sind unspektakulär und bieten geeignete Metaphern der Vergänglichkeit. Gedeckte, sanft aufleuchtende Farben bestimmen das kostbare Kolorit. Farbreich und doch gedämpft, mit sanften Übergängen von Licht und Schatten, entsteht ein stiller Klang, der von einer tiefen Achtung gegenüber dem Bildgegenstand zeugt. Seit den 1990er Jahren tritt die Plastik hinzu, in der er, ähnlich wie in der Zeichnung, um die Gestaltungsaufgabe Figur bei Mensch und Tier ringt. Literarisches, Charakterbilder, Menschliches und Allzumenschliches, all das findet eine forschende und zugleich enthüllende Darstellung, bis hin zu karikierenden und derb-drastischen Tönen. Seine Plastiken sind Schöpfungen eines genialen Gestalters, der seine Figuren vor allem erzählen will. Licht und Schatten verfangen sich auf der schrundig zerklüfteten Oberfläche der bronzenen Außenhaut. Die gleichsam vibrierenden Flächen werden geradezu malerisch patiniert. Auch hierin offenbart sich der Maler im Plastiker. All jenen Schöpfungen von Klaus Drechsler, sei es in der Malerei oder in der Plastik, eignet diese gewisse Sanftheit, dieser humane Grundakkord, seine Demut gegenüber dem Ding, seine Menschenliebe und sein heiliges Staunen über die Beschaffenheit der Welt offenbarend.