Hubertus Giebe
Winterreise

27. November 2021 — 22. Januar 2022

Der Maler, Zeichner und Grafiker Hubertus Giebe zählt zu den wichtigsten Vertretern einer expressiven figurativen Malerei der jüngeren deutschen Nachkriegsgeneration. Wir freuen uns, Ihnen aktuelle Gemälde des Künstlers zeigen zu können.

  • Die Winterreise
    Giebe, Hubertus. – „Die Winterreise”
  • Bootshäuser am Wattenmeer
    Giebe, Hubertus. – „Bootshäuser am Wattenmeer ”
  • Amaryllis
    Giebe, Hubertus. – „Amaryllis”
  • Garten bei Nacht
    Giebe, Hubertus. – „Garten bei Nacht”
  • Sitzender Akt mit angewinkelten Beinen II
    Giebe, Hubertus. – „Sitzender Akt mit angewinkelten Beinen II”
  • Herbstlicher Strauß
    Giebe, Hubertus. – „Herbstlicher Strauß”
  • Deichlandschaft am Abend
    Giebe, Hubertus. – „Deichlandschaft am Abend”
  • Holländische Nordsee (Insel Texel im Winter)
    Giebe, Hubertus. – „Holländische Nordsee (Insel Texel im Winter)”
  • Meeresschnecke und Kastanie
    Giebe, Hubertus. – „Meeresschnecke und Kastanie”
  • Holländische Landschaft
    Giebe, Hubertus. – „Holländische Landschaft”
  • Stillleben mit Maske und Zierkürbis
    Giebe, Hubertus. – „Stillleben mit Maske und Zierkürbis”
  • Stillleben mit Leuchter und Kürbissen
    Giebe, Hubertus. – „Stillleben mit Leuchter und Kürbissen”
  • Die Nacht
    Giebe, Hubertus. – „Die Nacht”
  • Garten Herkulesstraße
    Giebe, Hubertus. – „Garten Herkulesstraße”
  • Diogenes V
    Giebe, Hubertus. – „Diogenes V”
  • Nächtlicher Garten
    Giebe, Hubertus. – „Nächtlicher Garten”
  • Blick aus dem Atelier
    Giebe, Hubertus. – „Blick aus dem Atelier”
  • Waldstück
    Giebe, Hubertus. – „Waldstück”
  • Deichlandschaft an der holländischen Nordsee bei Harlingen
    Giebe, Hubertus. – „Deichlandschaft an der holländischen Nordsee bei Harlingen”
  • Mondlicht
    Giebe, Hubertus. – „Mondlicht”
  • Stillleben mit weißer Amaryllis
    Giebe, Hubertus. – „Stillleben mit weißer Amaryllis ”
  • Liegender Akt von vorn
    Giebe, Hubertus. – „Liegender Akt von vorn”
  • Stillleben mit Muschel und Tabakpfeife
    Giebe, Hubertus. – „Stillleben mit Muschel und Tabakpfeife”
Hubertus Giebe

Hubertus Giebe

Der Dresdner Maler und Grafiker Hubertus Giebe ist kein Mann für das Ungefähre. Als Autor und ungewöhnlich belesener Intellektueller argumentiert er bisweilen scharf und unnachgiebig gegen wohlfeile Vereinfachungen und einen entkoppelten Kunstmarkt. Als Maler formuliert er in einer expressiven Bildsprache prägnante und kontrastierende Gleichnisse über die Welt und die Weltgeschichte.

Details

Einführung

Der Maler, Zeichner und Grafiker Hubertus Giebe zählt zu den wichtigsten Vertretern einer expressiven figurativen Malerei der jüngeren deutschen Nachkriegsgeneration. Mit der Ausstellung „Winterreise“, deren Titel an Wilhelm Müllers düster poetische Wanderung in der von Franz Schubert vertonten Winterreise erinnern mag, soll die innere, oft widerstreitende Sicht des Malers und Intellektuellen auf die Welt und deren Zusammenhänge erkundet werden. Dabei werden allegorische „Geschichtsbilder“, Aktdarstellungen, besonders aber Landschaften und Stillleben zu einem bildgewaltigen Zeugnis innerer Befindlichkeiten. Hubertus Giebe hat für sich eine Bildsprache entwickelt, in der er mit den Mitteln der Malerei einen großen Motivschatz bewältigt. Puppenhafte, meist beunruhigende Figuren, Gegenstände und Zeichen bevölkern die staffageartigen Ereignisbilder, die der Künstler als Regisseur seines Welttheaters arrangiert. Immer wieder begegnen dynamische Bewegung und flirrend leuchtender Kolorismus dumpfer Erstarrung und erschütternder Reglosigkeit. Wahlverwandte sind ihm Kokoschka, Dix, Beckmann und Hofer. Hauptthemen seines Schaffens sind Aufstieg und Fall, Macht und Ohnmacht, Gewalt und Leid des Menschen, dieses unendlich faszinierenden Wesens, das zu besinnungsloser Brutalität ebenso befähigt ist, wie zu höchster Empfindsamkeit. Abseits dieser Sisyphusarbeit am „Geschichtsbild“ formuliert Hubertus Giebe in klassischen Sujets wie dem Porträt, dem Akt, der Landschaft oder dem Stillleben eine nicht weniger forcierte, nicht weniger fordernde Bildsprache, bestimmt von demselben expressiven Duktus, demselben kraftvollen Kolorit, derselben Reduktion der Form und Schärfung der Kontur. Die allegorischen Bildwelten von Hubertus Giebe loten die Untiefen unseres Mensch-Seins aus, demaskieren und hinterfragen unsere Gesellschaft, gleich einem bildgewordenen Mahn- oder Klagegestus. Vor allem aber appelliert diese Malerei an unsere Humanität, unsere Menschlichkeit. Ein unschätzbarer, hochaktueller Wert, der die Verpflichtung des Einzelnen für die ethische Gemeinschaft als Grundlage allem friedlichen, moralischen und maßvollen Handelns begreift.