Strawalde (Jürgen Böttcher)
Anna Chron

16. September 2023 — 04. November 2023

Jürgen Böttcher (*1931), der sich als Maler nach Strahwalde, dem Dorf seiner Kindheit und Jugend in der Oberlausitz, nennt, gehört zu den großen deutschen Künstlerpersönlichkeiten der vergangenen sieben Jahrzehnte. Sein eigenwilliger Malstil, der zwischen Abstraktion, freier Gestik, figürlichen und surrealen Elementen changiert, erzählt von einem poetischen Rebellen, der unbeirrt an einem vielgestaltigen und beeindruckenden Werk arbeitet.

  • Anna Chron (IV. 2023)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Anna Chron (IV. 2023)”
  • Ohne Titel (Kleine Abstraktion I)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (Kleine Abstraktion I)”
  • Ohne Titel (Kleine Abstraktion II)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (Kleine Abstraktion II)”
  • Anna Chron 17 (Ostern 2023)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Anna Chron 17 (Ostern 2023)”
  • Collage 30.IV.2023 (mit Bibelzitat aus der Pariser Bibel von 1815)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Collage 30.IV.2023 (mit Bibelzitat aus der Pariser Bibel von 1815)”
  • Kleine Kyoto Collage
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Kleine Kyoto Collage”
  • Märzbild
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Märzbild”
  • Mädchen mit Vogelkäfig
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Mädchen mit Vogelkäfig”
  • Anna Chr. (Mai 2023)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Anna Chr. (Mai 2023)”
  • Ohne Titel (Oktober 2021)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (Oktober 2021)”
  • Ohne Titel (Juli 2021)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (Juli 2021)”
  • Abstraktion (2019)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Abstraktion (2019)”
  • Anna Chron (Januar 2023)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Anna Chron (Januar 2023)”
  • Lichtung
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Lichtung”
  • Collage 25.IV.2022
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Collage 25.IV.2022”
  • Ohne Titel (22.IX.2022)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (22.IX.2022)”
  • Ohne Titel (XI.2021)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (XI.2021)”
  • Blaue Collage
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Blaue Collage”
  • Anna Chr. (Oktober/November 2022)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Anna Chr. (Oktober/November 2022)”
  • Ohne Titel (Kleine Arabeske)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (Kleine Arabeske)”
  • Ohne Titel (Chinesische Phantasie)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (Chinesische Phantasie)”
  • Ohne Titel (März 2022)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (März 2022)”
  • Ohne Titel (Chinesische Figurinen I)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (Chinesische Figurinen I)”
  • Ohne Titel (Chinesische Figurinen II)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (Chinesische Figurinen II)”
  • Ohne Titel (3.1.2020)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (3.1.2020)”
  • Anna Chr. (Juli)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Anna Chr. (Juli)”
  • Ohne Titel (18.I.2023)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (18.I.2023) ”
  • Ohne Titel (16.III.2023)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (16.III.2023) ”
  • Ohne Titel (3.VII.2023)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Ohne Titel (3.VII.2023)”
  • Aufsteigend
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Aufsteigend ”
  • Rote Collage (17.VI.2023)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Rote Collage (17.VI.2023)”
  • Anna Chron (Februar 2023)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Anna Chron (Februar 2023)”
  • Collage 1.V.2022
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Collage 1.V.2022”
  • Collage 30.IV.2023 (mit Bibelzitat aus der Pariser Bibel von 1815)
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Collage 30.IV.2023 (mit Bibelzitat aus der Pariser Bibel von 1815)”
  • Grüne Montage
    Strawalde (Jürgen Böttcher). – „Grüne Montage”

Einführung

Jürgen Böttcher gehört als Filmemacher, Maler und Zeichner zu den großen Künstlerpersönlichkeiten der ehemaligen DDR und des geeinten Deutschlands. Der Künstler, der sich als Maler nach seinem Heimatort Strahwalde in der Oberlausitz nennt, hat berückend-sinnliche Frauenbildnisse sowie kühne, zeichenhafte Abstraktionen geschaffen. Als Pionier des DDR-Dokumentarfilms drehte er über fünfzig Filme. Inhaltlich wie formal sind seine Filme wegweisend. Im ganz Alltäglichen sucht Böttcher nach Lebenssinn und Schönheit. In seinem DEFA-Dokumentarfilm »Drei von vielen« (1961) näher er sich jungen Arbeitern, die sich der Kunst und einer alternativen Lebensweise verschreiben haben. Der Film, seinen Dresdner Malerfreunden Peter Herrmann, Peter Graf und Peter Makolies gewidmet, wurde in der DDR sofort verboten. Gezeichnet hat Strawalde neben seinem Schaffen als Regisseur immer, gemalt seit Anfang der 1990er Jahre wieder verstärkt. Eigenständigkeit und Freiheitkennzeichnen sein Werk bis heute. In seinen Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Assemblagen steht Figuratives neben Assoziativem. Auffällig ist ein spielerisches Moment, verbunden mit der Begeisterung für Material wie kostbare Papiere; Tapeterien, Stoffe, Kalligrafien, Bleche und Porzellan. In kraftvoll-poetischer Bildsprache collagiert, ja baut Strawalde nahezu wie in Filmszenen.

Strawalde hat einen gleichermaßen lyrischen wie phantastischen Stil entwickelt. Er lotet darin die Form- und Ausdrucksmöglichkeiten einer allein aus Farbe und deren reliefartigem Auftrag schöpfenden Malerei aus und widmet sich gleichzeitig der freien Linearität gestischer Zeichnung. Seine eigenwillige Malerei wechselt zwischen Abstraktion, freier Gestik, figürlichen und surrealen Elementen, pastosen Gemälden und zart-koloristischen Zeichnungen mit dekorativ- kalligrafischen Formen mit einem subtilen Japonismus und adaptierten orientalischen Arabesken. Während Strawaldes malerische Farbpalette anfangs noch gedeckt und eher tonal war, wurde sie zunehmend leuchtend und expressiv. Der Farbauftrag variiert vom feinen Pinselstrich bis hin zum kraftvoll pastosen Auftrag. Vielfalt und Vitalität der Farben und Formen zeugen von einer großen Fabulierlust mit hoher Musikalität. In Strawaldes ikonischen Gemälden der Werkgruppe »Anna Chron« kommt sein additives und assoziatives Verfahren zum unmittelbarsten Ausdruck. Gegenständlichkeit, Abstraktion und Verspieltheit treffen hier auf genialische Weise aufeinander. Anspielungsreich steht »Anna Chron« für das »Anachronistische« - eine falsche zeitliche Einordnung. Surreales und Reales, Vergangenes und Gegenwärtiges werden in stilisierter Schönheit vereint.