Wilhelm Rudolph
Aus allen Hölzern war Leben zu erwecken

01. Oktober 2022 — 26. November 2022

Der Maler, Zeichner und begnadete Holzschneider Wilhelm Rudolph (1889-1982) schuf mit dem grafischen Dokumentarwerk „Dresden 1945“ eine erschütternde Serie über den Untergang seiner Heimatstadt, heute ein ikonisches Zeugnis für Krieg und Zerstörung. Die kommende Ausstellung zeigt darüber hinaus Landschaften, Porträts, Tierund Aktdarstellungen aus sechs Jahrzehnten Schaffenszeit des Künstlers, stilgeschichtlich von den expressionistischen Anfängen bis hin zu einem Realismus ganz eigener Prägung.

  • Wilhelm Rudolph – „Bauernhof mit Hühnerschar“
    Rudolph, Wilhelm. – „Bauernhof mit Hühnerschar”
  • Wilhelm Rudolph – „Keppmühle bei Hosterwitz“
    Rudolph, Wilhelm. – „Keppmühle bei Hosterwitz”
  • Wilhelm Rudolph – „Ludwig Godenschweg“
    Rudolph, Wilhelm. – „Ludwig Godenschweg”
  • Wilhelm Rudolph – „Planwagen“
    Rudolph, Wilhelm. – „Planwagen”
  • Wilhelm Rudolph – „Arbeiterkopf (Schuster)“
    Rudolph, Wilhelm. – „Arbeiterkopf (Schuster)”
  • Wilhelm Rudolph – „Lumpensammler Heinrich Krause“
    Rudolph, Wilhelm. – „Lumpensammler Heinrich Krause”
  • Wilhelm Rudolph – „Kohlenträger im Schnee“
    Rudolph, Wilhelm. – „Kohlenträger im Schnee”
  • Wilhelm Rudolph – „Görlitzer Straße im Schneetreiben“
    Rudolph, Wilhelm. – „Görlitzer Straße im Schneetreiben”
  • Wilhelm Rudolph – „Sitzender Alter im Mantel“
    Rudolph, Wilhelm. – „Sitzender Alter im Mantel”
  • Wilhelm Rudolph – „Laternen (Brühlsche Terrasse im Regen)“
    Rudolph, Wilhelm. – Das zerstörte Dresden. – „Laternen (Brühlsche Terrasse im Regen)”
  • Wilhelm Rudolph – „Mathildenstraße (Ruinenstadt)“
    Rudolph, Wilhelm. – Das zerstörte Dresden. – „Mathildenstraße (Ruinenstadt)”
  • Wilhelm Rudolph – „Pferd in Trümmern“
    Rudolph, Wilhelm. – Das zerstörte Dresden. – „Pferd in Trümmern”
  • Wilhelm Rudolph – „Zöllnerstraße in Dresden (Ruinenstadt)“
    Rudolph, Wilhelm. – Das zerstörte Dresden. – „Zöllnerstraße in Dresden (Ruinenstadt)”
  • Wilhelm Rudolph – „Johanneskirche von der Pillnitzer Straße (Striesener Straße I)“
    Rudolph, Wilhelm. – Das zerstörte Dresden. – „Johanneskirche von der Pillnitzer Straße (Striesener Straße I)”
  • Wilhelm Rudolph – „Am Altmarkt“
    Rudolph, Wilhelm. – Das zerstörte Dresden. – „Am Altmarkt”
  • Wilhelm Rudolph – „Heidelandschaft (Wiese mit Gebüsch und Baumgruppe)“
    Rudolph, Wilhelm. – „Heidelandschaft (Wiese mit Gebüsch und Baumgruppe)”
  • Wilhelm Rudolph – „Der Maler im Garten“
    Rudolph, Wilhelm. – „Der Maler im Garten”
  • Wilhelm Rudolph – „Schlossgarten Pillnitz“
    Rudolph, Wilhelm. – „Schlossgarten Pillnitz”
  • Wilhelm Rudolph – „Pappeln an der Elbe (Elbauen bei Pillnitz)“
    Rudolph, Wilhelm. – „Pappeln an der Elbe (Elbauen bei Pillnitz)”
  • Wilhelm Rudolph – „Sitzender Rückenakt“
    Rudolph, Wilhelm. – „Sitzender Rückenakt”
  • Wilhelm Rudolph – „Sich kämmende Mädchen“
    Rudolph, Wilhelm. – „Sich kämmende Mädchen”
  • Wilhelm Rudolph – „Zwei liegende Akte im Freien“
    Rudolph, Wilhelm. – „Zwei liegende Akte im Freien”
  • Wilhelm Rudolph – „Drei Frauenakte vor untergehender Sonne“
    Rudolph, Wilhelm. – „Drei Frauenakte vor untergehender Sonne”
  • Wilhelm Rudolph – „Liegender Akt vor Pillnitzer Elbinsel“
    Rudolph, Wilhelm. – „Liegender Akt vor Pillnitzer Elbinsel”
  • Wilhelm Rudolph – „Landstraße im Winter“
    Rudolph, Wilhelm. – „Landstraße im Winter”
  • Wilhelm Rudolph – „Mann mit Fohlen in den Elbwiesen“
    Rudolph, Wilhelm. – „Mann mit Fohlen in den Elbwiesen”
  • Wilhelm Rudolph – „Kleine Gewitterlandschaft“
    Rudolph, Wilhelm. – „Kleine Gewitterlandschaft”
  • Wilhelm Rudolph – „Dresdner Vorort“
    Rudolph, Wilhelm. – „Dresdner Vorort”
  • Wilhelm Rudolph – „Regenwetter“
    Rudolph, Wilhelm. – „Regenwetter”
  • Wilhelm Rudolph – „Engel mit Opferschalen (Friedhof Tolkewitz XI)“
    Rudolph, Wilhelm. – „Engel mit Opferschalen (Friedhof Tolkewitz XI)”
  • Wilhelm Rudolph – „Pillnitzer Straße“
    Rudolph, Wilhelm. – Das zerstörte Dresden. – „Pillnitzer Straße”
  • Wilhelm Rudolph – „Striesener Straße mit Wintersonne“
    Rudolph, Wilhelm. – Das zerstörte Dresden. – „Striesener Straße mit Wintersonne”
  • Wilhelm Rudolph – „Johanneskirche (Striesener Straße II)“
    Rudolph, Wilhelm. – Das zerstörte Dresden. – „Johanneskirche (Striesener Straße II)”
  • Wilhelm Rudolph – „Augustusbrücke mit Booten und Schiffsanleger“
    Rudolph, Wilhelm. – „Augustusbrücke mit Booten und Schiffsanleger”
  • Wilhelm Rudolph – „Am Fürstenplatz (Stephanienstraße mit Carolahaus)“
    Rudolph, Wilhelm. – Das zerstörte Dresden. – „Am Fürstenplatz (Stephanienstraße mit Carolahaus)”
  • Wilhelm Rudolph – „Elbfähre“
    Rudolph, Wilhelm. – „Elbfähre”
  • Wilhelm Rudolph – „Bär“
    Rudolph, Wilhelm. – „Bär”
  • Wilhelm Rudolph – „Büffel“
    Rudolph, Wilhelm. – „Büffel”
  • Wilhelm Rudolph – „Reh“
    Rudolph, Wilhelm. – „Reh”
  • Wilhelm Rudolph – „Zwei Wasserbüffel“
    Rudolph, Wilhelm. – „Zwei Wasserbüffel”
  • Wilhelm Rudolph – „Vier Rehe im Wald“
    Rudolph, Wilhelm. – „Vier Rehe im Wald”
  • Wilhelm Rudolph – „Zwei liegende Ziegen“
    Rudolph, Wilhelm. – „Zwei liegende Ziegen”
  • Wilhelm Rudolph – „Eule“
    Rudolph, Wilhelm. – „Eule”
  • Wilhelm Rudolph – „Esel“
    Rudolph, Wilhelm. – „Esel”
  • Wilhelm Rudolph – „Hannover“
    Rudolph, Wilhelm. – Herrenhäuser Gärten Hannover. – An der Graft. – „Hannover”
  • Wilhelm Rudolph – „Kartoffellese“
    Rudolph, Wilhelm. – „Kartoffellese”
  • Wilhelm Rudolph – „Mondnacht in den Elbauen“
    Rudolph, Wilhelm. – „Mondnacht in den Elbauen”
  • Wilhelm Rudolph – „Häuserzeile“
    Rudolph, Wilhelm. – „Häuserzeile”
Wilhelm Rudolph

Wilhelm Rudolph

Details

Einführung

Die Galerie Himmel widmet sich in ihrer aktuellen Ausstellung dem druckgrafischen Werk des Dresdner Malers und Grafikers Wilhelm Rudolph (1889-1982). Im Zentrum stehen dabei die Holzschnitte Rudolphs, denen ein herausragender Platz in der deutschen Kunstgeschichte eingeräumt wird. In ihnen vereint sich hohes handwerkliches Können mit einem autarken Formwillen von seltener Konsequenz. In über sieben Jahrzehnten schuf Wilhelm Rudolph ein vielfältiges und eindringliches Werk. Als Höhepunkt seines Schaffens gilt sein expressiver grafischer Werkkomplex „Das zerstörte Dresden“, der mehrere hundert Rohrfederzeichnungen, Aquarelle, Holzschnitte, Radierungen und Lithografien umfasst. Für die Intensität und den Umfang dieser künstlerischen Auseinandersetzung gibt es in der deutschen Kunst jener Zeit kein Äquivalent. Doch allzu oft wird dieser Meister des Holzschnitts auf seine Sicht der Zerstörung festgelegt. Insofern bieten die ihm ebenso bedeutsamen Motive - Landschaften, Tier- und Aktdarstellungen - willkommene Einblicke in sein Schaffen. In seinem reifen Holzschnitt berühren sich expressionistische Kompositionsmittel mit impressionistischer, manchmal sogar pointillistischer Lichtbehandlung. Dichte Schraffuren und dynamische Texturen lösen das graphitüberglänzte Schwarz des Holzstocks zunehmend auf und machen es durchlässig. Unscharf umrandete Flächen geraten scheinbar in Bewegung, das spröde Material erwacht zum Leben. Wilhelm Rudolph wurde 1889 als Sohn einer Weberfamilie geboren. 1906 begann er eine Lithografenlehre, um bereits 1908 auf die Kunstakademie in Dresden zu wechseln. Seine Lehrer waren Robert Sterl und Carl Bantzer. Den Ersten Weltkrieg überlebte Wilhelm Rudolph als Infanterist an der Westfront. 1932 erfolgte die Berufung als Dozent an die Dresdner Kunstakademie. 1933 wurden seine Werke in der Ausstellung „Entartete Kunst“ im Lichthof des Dresdner Rathauses diffamiert, seit 1937 bestand ein faktisches Ausstellungs- und Verkaufsverbot, 1939 wurde er politisch denunziert und schließlich aus dem Lehramt entlassen. Während der Bombardierung seiner Heimatstadt Dresden verlor Wilhelm Rudolph einen Großteil seines Oeuvres. Nachdem die Stadt in der Nacht zum 14. Februar 1945 im Feuersturm untergegangen war, nahm sich Rudolph in einem Zustand innerster Not und grenzenlosen Entsetzens ihres geschundenen Antlitzes an. Er stieg durch die rauchenden, teils noch brennenden Trümmer und zeichnete wie ein Besessener mit Rohrfeder und Tusche das Bild der Verheerung hundertfach. Der hieraus entstandene Holzschnitt-Zyklus „Dresden 1945“ gehört - neben den Radierfolgen von Francisco de Goya, Käthe Kollwitz und Otto Dix - zu den eindringlichsten Werken der Grafik zum Kriegsthema. Diese bildkünstlerische Leistung, von Erhard Frommhold unter dem Begriff der „moralischen Landschaft“ zusammengefasst, begründet heute den außerordentlichen Rang Wilhelm Rudolphs als Künstler. Von 1946 bis 1949 hatte Wilhelm Rudolph erneut eine Professur für Malerei und Grafik an der Dresdner Kunstakademie inne, wurde jedoch vom damaligen Rektor Hans Grundig und gegen den Protest seiner Studenten erneut aus dem Lehramt entlassen. Nach seiner Entlassung lebte er als freischaffender Künstler in Dresden und war bis zu seinem Tod auch im hohen Alter noch künstlerisch produktiv. Durch alle Zeiten hindurch blieb er ein Einzelgänger und Asket, der ganz in seiner Kunst aufging.