Wilhelm Lachnit
Elegische Übungen

06. September 2025 — 15. November 2025 | im Kabinett

Zur Lebensleistung des Dresdner Künstlers Wilhelm Lachnit zählt unbedingt das Beharrungsvermögen, der Wille und die Kraft, seine künstlerische Unabhängigkeit, seinen ästhetischen Kompass und das eigene Kunstwollen unter keinen Umständen einer offiziellen, staatlich verordneten Kunstdoktrin zu unterwerfen. Er widerstand sowohl unter der Herrschaft des Nationalsozialismus als auch später unter den bedrückenden Verhältnissen engstirniger sozialistischer Kulturpolitik in den ersten Jahren nach Gründung der DDR, auch dann, als ihm 1954 die Professur an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste entzogen wurde.

  • Wilhelm Lachnit – „Sitzender Akt“
    Lachnit, Wilhelm. – „Sitzender Akt”
  • Wilhelm Lachnit – „Vogel“
    Lachnit, Wilhelm. – „Vogel”
  • Wilhelm Lachnit – „Stier und Lesender“
    Lachnit, Wilhelm. – „Stier und Lesender”
  • Wilhelm Lachnit – „Steilküste“
    Lachnit, Wilhelm. – „Steilküste”
  • Wilhelm Lachnit – „Obstteller auf blauem Grund“
    Lachnit, Wilhelm. – „Obstteller auf blauem Grund”
  • Wilhelm Lachnit – „Mann mit Hund“
    Lachnit, Wilhelm. – „Mann mit Hund”
  • Wilhelm Lachnit – „Susanna und die beiden Alten“
    Lachnit, Wilhelm. – „Susanna und die beiden Alten”
  • Wilhelm Lachnit – „Frauenkopf mit Blumen im Haar“
    Lachnit, Wilhelm. – „Frauenkopf mit Blumen im Haar”
  • Wilhelm Lachnit – „Weiblicher Akt“
    Lachnit, Wilhelm. – „Weiblicher Akt”
  • Wilhelm Lachnit – „In Gedanken (Halbakt mit aufgestütztem Kopf)“
    Lachnit, Wilhelm. – „In Gedanken (Halbakt mit aufgestütztem Kopf)”
  • Wilhelm Lachnit – „Der Herbst“
    Lachnit, Wilhelm. – „Der Herbst”
  • Wilhelm Lachnit – „Stillleben“
    Lachnit, Wilhelm. – „Stillleben”
  • Wilhelm Lachnit – „Zwei Masken“
    Lachnit, Wilhelm. – „Zwei Masken”
  • Wilhelm Lachnit – „Blumenglas vor dunklem Kopf“
    Lachnit, Wilhelm. – „Blumenglas vor dunklem Kopf”
  • Wilhelm Lachnit – „Halbakt mit Aquarium und Affe“
    Lachnit, Wilhelm. – „Halbakt mit Aquarium und Affe”
  • Wilhelm Lachnit – „Akt mit Cello am Meer“
    Lachnit, Wilhelm. – „Akt mit Cello am Meer”
  • Wilhelm Lachnit – „Stillleben (Fischteller)“
    Lachnit, Wilhelm. – „Stillleben (Fischteller)”
  • Wilhelm Lachnit – „Dünenlandschaft“
    Lachnit, Wilhelm. – „Dünenlandschaft”
  • Wilhelm Lachnit – „Akt am Strand“
    Lachnit, Wilhelm. – „Akt am Strand”
  • Wilhelm Lachnit – „Kopf mit Fisch (Junge mit Aquarium)“
    Lachnit, Wilhelm. – „Kopf mit Fisch (Junge mit Aquarium)”
  • Wilhelm Lachnit – „Kristallschale und Fischkopf“
    Lachnit, Wilhelm. – „Kristallschale und Fischkopf”
  • Wilhelm Lachnit – „Mutter und Kind I“
    Lachnit, Wilhelm. – „Mutter und Kind I”
  • Wilhelm Lachnit – „Frauenakt, sich die Haare richtend (Am Morgen)“
    Lachnit, Wilhelm. – „Frauenakt, sich die Haare richtend (Am Morgen)”

Einführung

Wir zeigen aus unserem lange gepflegten und stetig wachsenden Bestand zu Wilhelm Lachnit einige Arbeiten auf Papier, Aquarelle, Aquatinten und Lithografien. Jedes einzelne dieser Werke mag für sich sprechen. Alle jedoch atmen den Geist einer gewissenhaften Formsuche, einer Strenge im Bau der Bildkomposition, einer nie überzogenen Reduktion auf Flächen und wenige Farben, einer spürbaren inneren Geometrie, vorgetragen in einem melancholisch gefärbten Grundton, gewissermaßen einer getragenen Metrik. Der daraus entstehende elegische Klang berührt unmittelbar und lässt uns die unterschiedlichsten Gegenstände im Licht der Weltbetrachtung eines Künstlers erscheinen, Wilhelm Lachnit.

Das kommt aus Wilhelm Lachnits Bildern – eine Harmonie, aber wie man in Dresden sagte, eine Harmonie in katholischen Farben. Er kühlte das Barock mit dem kalten Wasser des Klassizismus ab. Er wollte Lebensbilder machen, die über das Schauen hinausgingen, Dämonie, Glanz und Geruch befestigen, ordnen und bändigen. Es sollte das mit hineingenommen werden, was hinter den Augen, im Gehirn vorlag – das Ornament.
Harald Metzkes
Wilhelm Lachnit. Gemälde, Graphik, Zeichnungen, Berlin: Akademie der Künste 1990, S. 4

Lachnit wollte nicht Abbild, er strebte nach Vergeistigung und Metaphorik der Dinge. Er kam zu nuancenreicher Farbigkeit, zunehmender Festigkeit und Tektonik, zu kompositioneller Dichte, sublimierter Expressivität. Es gibt keine Tendenz zur Auflösung der Form, selbst bei weitgetriebener Abstraktion nicht. Einzig in den späten Monotypien ist eine Öffnung zum Informel zu beobachten.
Sigrid Walther
Refugium und Melancholie. Wilhelm Lachnit. Malerei, Dresden: Städtische Galerie 2012, S. 14