Walter Arnold
Der Bildhauer

01. August 2015 — 19. September 2015

  • Walter Arnold – „Daphne“
    Arnold, Walter. – „Daphne”
  • Walter Arnold – „In den Dünen III“
    Arnold, Walter. – „In den Dünen III”
  • Walter Arnold – „Helga“
    Arnold, Walter. – „Helga”
  • Walter Arnold – „Vor dem Spiegel II“
    Arnold, Walter. – „Vor dem Spiegel II”
  • Walter Arnold – „Bildnis Julia“
    Arnold, Walter. – „Bildnis Julia”
  • Walter Arnold – „Daphne“
    Arnold, Walter. – „Daphne”
  • Walter Arnold – „Vor dem Spiegel III“
    Arnold, Walter. – „Vor dem Spiegel III”
  • Walter Arnold – „Ausschauende“
    Arnold, Walter. – „Ausschauende”
  • Walter Arnold – „Franziska“
    Arnold, Walter. – „Franziska”
  • Walter Arnold – „Geschlagene“
    Arnold, Walter. – „Geschlagene”
  • Walter Arnold – „Bildnis U.H.“
    Arnold, Walter. – „Bildnis U.H.”
  • Walter Arnold – „Am Strand I“
    Arnold, Walter. – „Am Strand I”
  • Walter Arnold – „Frau mit Tuch (Badende I)“
    Arnold, Walter. – „Frau mit Tuch (Badende I)”
  • Walter Arnold – „In Gedanken II“
    Arnold, Walter. – „In Gedanken II”
  • Walter Arnold – „Es gibt kein fremdes Leid“
    Arnold, Walter. – „Es gibt kein fremdes Leid”
  • Walter Arnold – „Es gibt kein fremdes Leid I“
    Arnold, Walter. – „Es gibt kein fremdes Leid I”
  • Walter Arnold – „Im Wasser“
    Arnold, Walter. – „Im Wasser”
  • Walter Arnold – „Torso Pathétique“
    Arnold, Walter. – „Torso Pathétique”
  • Walter Arnold – „Im Wasser“
    Arnold, Walter. – „Im Wasser”
  • Walter Arnold – „Sitzender Akt nach hinten aufgestützt“
    Arnold, Walter. – „Sitzender Akt nach hinten aufgestützt”
  • Walter Arnold – „Sitzender Rückenakt“
    Arnold, Walter. – „Sitzender Rückenakt”
  • Walter Arnold – „Sitzender Akt nach rechts“
    Arnold, Walter. – „Sitzender Akt nach rechts”
  • Walter Arnold – „Sitzender Akt nach links“
    Arnold, Walter. – „Sitzender Akt nach links”
  • Walter Arnold – „Primavera“
    Arnold, Walter. – „Primavera”
  • Walter Arnold – „Krug mit Früchten II“
    Arnold, Walter. – „Krug mit Früchten II”
  • Walter Arnold – „Notturno“
    Arnold, Walter. – „Notturno”
  • Walter Arnold – „Am Strand“
    Arnold, Walter. – „Am Strand”
  • Walter Arnold – „Lächelnde“
    Arnold, Walter. – „Lächelnde”
  • Walter Arnold – „In den Dünen II“
    Arnold, Walter. – „In den Dünen II”
  • Walter Arnold – „In den Dünen I“
    Arnold, Walter. – „In den Dünen I”
  • Walter Arnold – „Sitzende“
    Arnold, Walter. – „Sitzende”
  • Walter Arnold – „Ruhende I“
    Arnold, Walter. – „Ruhende I”
  • Walter Arnold – „Kauernde“
    Arnold, Walter. – „Kauernde”
  • Walter Arnold – „Etüde III“
    Arnold, Walter. – „Etüde III”
  • Walter Arnold – „Selbstporträt“
    Arnold, Walter. – „Selbstporträt”
  • Walter Arnold – „Walpurgisnacht“
    Arnold, Walter. – „Walpurgisnacht”
  • Walter Arnold – „Anette“
    Arnold, Walter. – „Anette”
  • Walter Arnold – „Stehender Akt II“
    Arnold, Walter. – „Stehender Akt II”
  • Walter Arnold – „Stehender Akt I“
    Arnold, Walter. – „Stehender Akt I”
  • Walter Arnold – „Sitzender Akt sich ins Haar fassend“
    Arnold, Walter. – „Sitzender Akt sich ins Haar fassend”
  • Walter Arnold – „Emporsteigende“
    Arnold, Walter. – „Emporsteigende”
  • Walter Arnold – „Lokführer R.M.“
    Arnold, Walter. – „Lokführer R.M.”
  • Walter Arnold – „Stehende“
    Arnold, Walter. – „Stehende”
  • Walter Arnold – „Dagmar I“
    Arnold, Walter. – „Dagmar I”
  • Walter Arnold – „Zwei Mädchen“
    Arnold, Walter. – „Zwei Mädchen”
  • Walter Arnold – „Susanna“
    Arnold, Walter. – „Susanna”
  • Walter Arnold – „Tanzpause“
    Arnold, Walter. – „Tanzpause”

Einführung

Werk und Wirken Walter Arnolds (1909-1979) sind in zweierlei Hinsicht bedeutsam: Zum einen war Arnold eine wichtige Lehrerpersönlichkeit für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, zum anderen hat er sich, wie nur wenige Berufskollegen seiner Zeit, intensiv der Holzskulptur gewidmet. Er stellte sich damit bewusst in eine Tradition, die über Barock und Renaissance bis in das späte Mittelalter zurückreicht. Neben den Holzbildwerken bestimmen Bronzen und Terrakotten das plastische Oeuvre des Künstlers. Unsere Ausstellung gibt einen ausschnitthaften Einblick in das reiche und vielseitige Schaffen Walter Arnolds. Die bildhauerischen Arbeiten werden ergänzt durch Zeichnungen und druckgraphische Blätter. Bevorzugt wurden von Arnold der Holzschnitt und die Radierung. Beide Techniken beherrschte er mit Bravour. Den für ihn charakteristischen Stil des Holzschnittes hatte der Bildhauer bereits in den 1930er Jahren ausgebildet. Die in der Ausstellung präsentierten Holzskulpturen datieren zwischen 1966 und dem Todesjahr des Künstlers. Nachdem Arnold fast zwanzig Jahre das Material Holz nicht verwendet hatte, schuf er aus ihm in diesem Zeitraum mehr als vierzig, zum Teil großformatige Arbeiten. Es ist die Blütezeit Walter Arnolds Holzbildhauerei. Eines der schönsten Beispiele dafür ist die aus Ahorn gehauene, lebensgroße „Anette“ von 1967. Arnolds Werke stehen oft in einem gesellschaftlichen, individuellen oder auch mythologischen Kontext. Bei der »Anette« handelt es sich um das Bildnis einer jungen Tierpflegerin. Dieses ganzfigurige Bildnis steht für das hohe Niveau der Porträtkunst Walter Arnolds. Menschen haben ihn immer fasziniert. Ihnen gab er in seinen Holzskulpturen mannigfache Gestalt mit einer schlichten Expressivität in der Formensprache. Seine Porträts sind keine individualisierten Bildnisse im Sinne eines physiognomischen Abbildes, sondern tragen in der stilisierten Erscheinung wesenhafte Züge des jeweiligen Modells. Die Lebendigkeit von Arnolds Menschenbilder erwächst nicht zuletzt aus dem beeindruckenden Umgang mit dem Material als künstlerischem Medium. Mit Blick auf seine in den 1960er Jahren wieder aufgenommene Arbeit in Holz schrieb Heinz Schönemann 1971: »Man spürt die Begeisterung und Arbeitslust, die den Bildhauer gegenüber seinem wiedergewonnenen Material erfüllte. Sorgsam wählte er die Stämme, die Holzart, Farbe und Maserung; konzentriert und zäh rang er um die Form, die sich dem natürlichen Wuchs unterwerfen und doch die Idee des Künstlers greifbar machen muss.« Die Mythologie des antiken Griechenlands hat Walter Arnold wiederholt zum Vorbild der eigenen künstlerischen Arbeit gedient. Beispiele dafür sind u.a. die beiden Hölzer zum Daphne-Thema. Daphne war die Tochter des Flussgottes Peneios. Als Apollon sie aus Liebe verfolgte, konnte sie sich ihm nur durch ihre Verwandlung in einen Lorbeerbaum entziehen. Diese Metamorphose hat seit Jahrtausenden Darstellungen in der Kunst gefunden. In Arnolds Robinie von 1977 vollzieht sich die Verwandlung der Daphne von unten her. Der Bildhauer nutzte dafür den grob behauenen Stamm, in den der feiner gearbeitete und leicht gebogene Oberkörper überzugehen scheint. Ein Jahr später folgte die in Ebenholz ausgeführte kleinere Daphne Variante. Hier vollzieht sich der Verwandlungsprozess über die ausgestreckten Arme und den Kopf von oben her.