Einführung
Iris Brankatschk absolvierte von 1974-77 ein Abendstudium an der Außenstelle der Dresdner Hochschule für Bildende Künste in Bautzen. Von 1977-83 studierte sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig im Fachbereich Buchgestaltung. Von 1983-87 war sie als Grafikerin und künstlerische Leiterin im Domowina-Verlag in Bautzen tätig. In den Jahren 1987-90 war sie Meisterschülerin an der Leipziger Kunsthochschule. Seit 1990 arbeitet Iris Brankatschk als freischaffende Künstlerin. 2004 erhielt sie den Kunstpreis der Oberlausitz.
Iris Brankatschk malt Landschaften, vor allem Wasserlandschaften. Inspiration für ihre Bilder findet sie vor Ort, in den reichen Teichlandschaften und Flussauen der Lausitz. Im Atelier verarbeitet sie zeichnend eingefangene Eindrücke. Mit Bedacht legt die Künstlerin den Fokus auf geeignete Ausschnitte und verdichtet sie kompositorisch. Oft folgt Iris Brankatschk beim Bildaufbau einem konsequent ordnenden Prinzip, bei dem zumeist horizontale Schichten aneinander gereiht werden. In diese Struktur schneiden dann Diagonalen und Flächen ein, um sie aufzubrechen. In jüngeren Arbeiten tritt die Formstrenge jedoch zugunsten einer freieren, stärker malerischen Auffassung zurück. Der frische, locker geführte Pinselstrich erzeugt im Verbund mit der forcierten Ausschnitthaftigkeit eine eigentümliche Unmittelbarkeit. In derart gewonnener Eloquenz formuliert die Künstlerin ihre Auffassung von einem als körperhaft empfundenen Landraum, von seiner Angreifbarkeit und Verletzlichkeit.
Die Farbpalette von Iris Brankatschk ist zurückhaltend und kommt ohne koloristische Sensationen aus. In fein abgestimmten Nuancen werden Grün-, Blau- und Brauntöne, bisweilen auch Gelb und Ocker gegeneinander gesetzt, werden zwischen Hell und Dunkel moduliert und in weiches Grau eingebunden. Oft verwischt sie die Zeichnung und vertreibt die Trennlinien zwischen den Farbtönen ins Diffuse hinein.
Iris Brankatschk nennt ihre Bilder selbst »poetische Abstraktionen«. Sie ist eine Grenzgängerin, die das Gegenständliche ins Abstrakte hinein treibt und umgekehrt das Abstrakte bis ins Gegenständliche entwickelt. Als ginge es ihr um eine Balance zwischen der gegenständlichen und der reinen Form, immer den Punkt umkreisend, an dem Natur und Idee miteinander verschmelzen.