Heinz Drache
Metamorphosen

20. September 2014 — 08. November 2014

  • Heinz Drache – „Stilleben auf blauem Tisch“
    Drache, Heinz. – „Stilleben auf blauem Tisch”
  • Heinz Drache – „Stilleben mit grünen Äpfeln“
    Drache, Heinz. – „Stilleben mit grünen Äpfeln”
  • Heinz Drache – „Musizierende“
    Drache, Heinz. – „Musizierende”
  • Heinz Drache – „Frecher Spatz auf rosa Grund“
    Drache, Heinz. – „Frecher Spatz auf rosa Grund”
  • Heinz Drache – „Stier auf Rot“
    Drache, Heinz. – „Stier auf Rot”
  • Heinz Drache – „Gestreßter Vogel“
    Drache, Heinz. – „Gestreßter Vogel”
  • Heinz Drache – „Kleine Geige“
    Drache, Heinz. – „Kleine Geige”
  • Heinz Drache – „Strohblumen“
    Drache, Heinz. – „Strohblumen”
  • Heinz Drache – „Blütenzweig“
    Drache, Heinz. – „Blütenzweig”
  • Heinz Drache – „Vegetatives I“
    Drache, Heinz. – „Vegetatives I”
  • Heinz Drache – „Blüten auf Blau“
    Drache, Heinz. – „Blüten auf Blau”
  • Heinz Drache – „Zweig auf blauem Grund“
    Drache, Heinz. – „Zweig auf blauem Grund”
  • Heinz Drache – „Wiesenblume“
    Drache, Heinz. – „Wiesenblume”
  • Heinz Drache – „Blühendes“
    Drache, Heinz. – „Blühendes”
  • Heinz Drache – „Blühendes“
    Drache, Heinz. – „Blühendes”
  • Heinz Drache – „In der Südsee“
    Drache, Heinz. – „In der Südsee”
  • Heinz Drache – „Muschel auf dem Meeresgrund“
    Drache, Heinz. – „Muschel auf dem Meeresgrund”
  • Heinz Drache – „Muschel“
    Drache, Heinz. – „Muschel”
  • Heinz Drache – „Muschel“
    Drache, Heinz. – „Muschel”
  • Heinz Drache – „Begegnung im Meer“
    Drache, Heinz. – „Begegnung im Meer”
  • Heinz Drache – „Raubfisch“
    Drache, Heinz. – „Raubfisch”
  • Heinz Drache – „Ruhende“
    Drache, Heinz. – „Ruhende”
  • Heinz Drache – „Traumschiff“
    Drache, Heinz. – „Traumschiff”
  • Heinz Drache – „Kirche mit blauem Fenster (Altenkirchen)“
    Drache, Heinz. – „Kirche mit blauem Fenster (Altenkirchen)”
  • Heinz Drache – „Strandkörbe“
    Drache, Heinz. – „Strandkörbe”
  • Heinz Drache – „Strandkörbe“
    Drache, Heinz. – „Strandkörbe”
  • Heinz Drache – „Strandkörbe am Abend“
    Drache, Heinz. – „Strandkörbe am Abend”
  • Heinz Drache – „Fischerboot“
    Drache, Heinz. – „Fischerboot”
  • Heinz Drache – „Alter Baum“
    Drache, Heinz. – „Alter Baum”
  • Heinz Drache – „Totem“
    Drache, Heinz. – „Totem”
  • Heinz Drache – „Gefangen im Eis“
    Drache, Heinz. – „Gefangen im Eis”
  • Heinz Drache – „Strukturen“
    Drache, Heinz. – „Strukturen”
  • Heinz Drache – „Vegetatives“
    Drache, Heinz. – „Vegetatives”
  • Heinz Drache – „Schiefe Symmetrie“
    Drache, Heinz. – „Schiefe Symmetrie”
  • Heinz Drache – „Tropische Vegetation“
    Drache, Heinz. – „Tropische Vegetation”
  • Heinz Drache – „Indianisch“
    Drache, Heinz. – „Indianisch”
  • Heinz Drache – „Indianisches“
    Drache, Heinz. – „Indianisches”
  • Heinz Drache – „Feste Formen“
    Drache, Heinz. – „Feste Formen”
  • Heinz Drache – „Verwitwete Frau mit Kind“
    Drache, Heinz. – „Verwitwete Frau mit Kind”
  • Heinz Drache – „Theaterbild III“
    Drache, Heinz. – „Theaterbild III”
  • Heinz Drache – „Das Narrenrad“
    Drache, Heinz. – „Das Narrenrad”

Heinz Drache

Der Dresdner Kunstkritikerin Ingrid Wentzkat verdanken wir die Deutung des Malers Heinz Drache als Gärtner: „Wie ein Gärtner das Feld bestellt, so gräbt auch er das seinige immer wieder um, wäscht aus, nutzt Restbestände der Farbe, um andere darüber zu säen in zartesten Strukturen, moosartigen Wucherungen, flächebildenden Farbspritzern.“ Die späten Bilder Heinz Draches lassen sich als Gärten beschreiben, in denen eine Fülle an seltensten, fragilsten und zugleich in ihrer Schönheit verführerischsten Formengebilden wächst. Leinwand und Papier bearbeitete er, geduldig Schicht um Schicht auftragend, wie einen fruchtbaren Boden. Die aufwändig gearbeiteten Untergründe sind auch ein Markenzeichen Heinz Draches. Sie schaffen seinen Wandlungen und Verwandlungen einen immateriellen Farbraum, verletzt, rissig, dabei aber kostbar schimmernd. In diesem sorgsam bereiteten Farbenbett blühen die Träume und Traumgebilde seiner Seele in zumeist skurril-heiteren, seltener verstörend-unheimlichen, immer jedoch sensibel ausbalancierten Gebilden.

Details

Einführung

Mit dem Rüstzeug des bei Hans Theo Richter an der Dresdner Akademie absolvierten Studiums begann Heinz Drache in den 1950er Jahren einen gemäßigten Surrealismus auszuprägen. Geistige Mentoren fand er in Pablo Picasso, Joan Miró, Paul Klee und Fernand Léger. Solchermaßen angeregt drängte sein Formwillen dorthin, wo sich der Gegenstand aufzulösen und die Form zu verselbstständigen beginnt. Doch das kunstfeindliche Klima des Formalismusstreits trieb ihn in die schützende Nische des Berufslebens, für ihn das Trickfilmstudio der DEFA. In den verbleibenden freien Stunden entfaltete er, vom Politischen unbedrängt, seine Bildphantasien, unterwarf die Welt immer neuen Metamorphosen, um die »Umwandlung von Naturform in gültige Kunstform« zu erreichen. Ende der 1970er Jahre verlagerte sich der Ausgangspunkt seines phantastischen Bildschöpfens immer mehr von Außen nach Innen. Empfindungen des Seelischen und Unbewussten wurden zur unmittelbaren Quelle der Inspiration. So gelangte er zu einer freien, fast möchte man sagen reinen Abstraktion. In einerArt introvertierter Metamorphose lauschte er sich die fragilen Zustände seiner inneren Welt ab, um ihnen dann im Bild Gestalt zu verleihen. Ein Besuch der Retrospektive von Johnny Friedlaender im Kupferstichkabinett Dresden 1980 wurde für Drache zur frappierenden Begegnung mit einem Gleichgesinnten. Auf wundersame Weise berührt sich sein Spätwerk mit der Bildästhetik des großen Grafikers und dessen frei in die Fläche komponierten Abstraktionen. Ingrid Wentzkat verdanken wir die Deutung des Malers Drache als Gärtner: »Wie ein Gärtner das Feld bestellt, so gräbt auch er das seinige immer wieder um, wäscht aus, nutzt Restbestände der Farbe, um andere darüber zu säen in zartesten Strukturen, moosartigen Wucherungen, flächebildenden Farbspritzern.« Die späten Bilder lassen sich als Gärten beschreiben, in denen eine Fülle an seltensten, fragilsten und zugleich in ihrer Schönheit verführerischsten Formengebilden wächst. Leinwand und Papier bearbeitete er, geduldig Schicht um Schicht auftragend, wie einen fruchtbaren Boden. Die aufwändig gearbeiteten Untergründe sind auch ein Markenzeichen Heinz Draches. Sie schaffen seinen Wandlungen und Verwandlungen einen immateriellen Farbraum, verletzt, rissig, dabei aber kostbar schimmernd. In diesem sorgsam bereiteten Farbenbett blühen die Träume und Traumgebilde seiner Seele in zumeist skurril-heiteren, seltener verstörend-unheimlichen, immer jedoch sensibel ausbalancierten Gebilden. Manche Bildtitel wie »Stakkato« oder »Blaue Musik« verraten etwas von einem elementaren Resonanzrahmen dieser Kunst. Im Atelier ließ sich Drache gern von klassischer Musik begleiten und anregen. Tief im Innersten wohnt seiner Malerei eine Musikalität inne, die ihren Schöpfungen Takt, Rhythmus, gegeneinander ausbalancierte Formwerte und harmonische Deklinationen der Farbpalette angedeihen lässt, Offenbarungen eines differenzierten, innerlich erfahrenen Kosmos, der große Analogien zur Musik aufweist. In Allem wirkt bei Heinz Drache ein dialektisches Prinzip, sei es in seiner Farbkomposition, sei es in der gezeichneten Form. Die für sich allein zu veröden drohende Farbharmonie im Großen wird durch feine Disharmonien im Kleinen in Erregung versetzt. Der oftmals monumental wirkenden Einfachheit und Schlichtheit der Gesamtgestalt beispielsweise eines Tieres oder eines Baumes entgegnet die unauflösbare Komplexität im Detail, wo biomorphe Auswucherungen der Form zu bestaunen sind, haarnadelfeine Striche den feinsten Verästelungen folgen und duftig-helle Temperatupfen irrlichtern.