Curt Querner
Scharf gesehen

16. Januar 2016 — 27. Februar 2016

  • Curt Querner – „Erding“
    Querner, Curt. – „Erding”
  • Curt Querner – „Margit“
    Querner, Curt. – „Margit”
  • Curt Querner – „Selbstbildnis in dunkelblauem Pullover und mit Mütze“
    Querner, Curt. – „Selbstbildnis in dunkelblauem Pullover und mit Mütze”
  • Curt Querner – „Bildnis Ottomar Karsch“
    Querner, Curt. – „Bildnis Ottomar Karsch”
  • Curt Querner – „Bauernmädchen Herta Mickan mit blauer Mütze“
    Querner, Curt. – „Bauernmädchen Herta Mickan mit blauer Mütze”
  • Curt Querner – „Kärntner Bauernsohn Karl Pucher“
    Querner, Curt. – „Kärntner Bauernsohn Karl Pucher”
  • Curt Querner – „Bildnis des Malers Willy Jahn“
    Querner, Curt. – „Bildnis des Malers Willy Jahn”
  • Curt Querner – „Der blonde Hein als Gefangener“
    Querner, Curt. – „Der blonde Hein als Gefangener”
  • Curt Querner – „Bildnis Inge Auxel (Halbfigur)“
    Querner, Curt. – „Bildnis Inge Auxel (Halbfigur)”
  • Curt Querner – „Blick aus dem Atelier in der Annenstraße“
    Querner, Curt. – „Blick aus dem Atelier in der Annenstraße”
  • Curt Querner – „Das einsame Haus“
    Querner, Curt. – „Das einsame Haus”
  • Curt Querner – „Steine im Acker“
    Querner, Curt. – „Steine im Acker”
  • Curt Querner – „Winter“
    Querner, Curt. – „Winter”
  • Curt Querner – „Gasse in Börnchen im Winter“
    Querner, Curt. – „Gasse in Börnchen im Winter”
  • Curt Querner – „Die Gasse (Börnchen)“
    Querner, Curt. – „Die Gasse (Börnchen)”
  • Curt Querner – „Gasse in der Dämmerung“
    Querner, Curt. – „Gasse in der Dämmerung”
  • Curt Querner – „Dunkler Märzabend“
    Querner, Curt. – „Dunkler Märzabend”
  • Curt Querner – „Bäuerin beim Rübenausmachen“
    Querner, Curt. – „Bäuerin beim Rübenausmachen”
  • Curt Querner – „Rübenweib“
    Querner, Curt. – „Rübenweib”
  • Curt Querner – „Rübenausmacherin von der Seite“
    Querner, Curt. – „Rübenausmacherin von der Seite”
  • Curt Querner – „Bäuerin mit Leuchterengel“
    Querner, Curt. – „Bäuerin mit Leuchterengel”
  • Curt Querner – „Der alte Baumstamm gegen den Himmel“
    Querner, Curt. – „Der alte Baumstamm gegen den Himmel”
  • Curt Querner – „Bildnisstudie Herta Mickan in grauer Bluse“
    Querner, Curt. – „Bildnisstudie Herta Mickan in grauer Bluse”
  • Curt Querner – „Schwangere Bäuerin“
    Querner, Curt. – „Schwangere Bäuerin”
  • Curt Querner – „Bäuerin im Hemd“
    Querner, Curt. – „Bäuerin im Hemd”
  • Curt Querner – „Weibliche Halbfigur in rosa Hemd, die Arme über dem Kopf“
    Querner, Curt. – „Weibliche Halbfigur in rosa Hemd, die Arme über dem Kopf”
  • Curt Querner – „Sitzender weiblicher Akt von der Seite (Regina)“
    Querner, Curt. – „Sitzender weiblicher Akt von der Seite (Regina)”
  • Curt Querner – „Stehender weiblicher Akt (Inge Schuster)“
    Querner, Curt. – „Stehender weiblicher Akt (Inge Schuster)”
  • Curt Querner – „Stehender weiblicher Akt mit Haarschweif“
    Querner, Curt. – „Stehender weiblicher Akt mit Haarschweif”
  • Curt Querner – „Liegender weiblicher Akt von vorn“
    Querner, Curt. – „Liegender weiblicher Akt von vorn”
  • Curt Querner – „Herta liegend“
    Querner, Curt. – „Herta liegend”
  • Curt Querner – „Liegender weiblicher Akt auf Decke mit braunem Muster“
    Querner, Curt. – „Liegender weiblicher Akt auf Decke mit braunem Muster”
  • Curt Querner – „Sitzender weiblicher Akt im Profil nach rechts“
    Querner, Curt. – „Sitzender weiblicher Akt im Profil nach rechts”
  • Curt Querner – „Schusterschemel“
    Querner, Curt. – „Schusterschemel”
  • Curt Querner – „Schweineschädel“
    Querner, Curt. – „Schweineschädel”
Curt Querner

Curt Querner

Curt Querner liebt die wechselnden Stimmungen und Launen der Natur, ganz besonders den Monat März, den er den »Wintertöter« nennt. Jeder Jahreszeit, jedem Bildnis und jedem Akt verleiht er malerisch kräftige, erdige Töne mit leuchtenden Kontrapunkten. Sein Verständnis von einem wahrheitsgetreuen Realismus in der Malerei beschreibt Querner 1946 im Tagebuch so: »Das Wesentliche! Die Dinge so sehen, wie sie tatsächlich sind, und ihnen Rechnung tragen.«

Details

Einführung

Der fruchtbaren Begegnung mit dem Freitaler Landschaftsmaler Hermann Lange verdankt der junge Fabrikschlosser Curt Querner seine Entscheidung für die Malerei. Seit 1926 läuft er bei jedem Wetter täglich den zweistündigen Weg von Börnchen nach Dresden zur Akademie. Während er anfangs bei Richard Müller studiert, wird er 1930 für einige Wochen Schüler von Georg Lührig und Otto Dix, der ihn nachhaltig beeinflusst. Doch spontan fasst er den Entschluss, die Akademie zu verlassen. Seiner zukünftigen Frau Regina Dodel schreibt er: »Es gibt als Maler zwar Möglichkeiten, an die vorderste Reihe zu kommen, durch einen rücksichtslosen Egoismus nach der Gesellschaft hin [...]«. Jedoch: »als ein einfacher gerader Kerl durchs Leben gehen, ein Gegner dieser Gesellschaft zu sein, sie abzulehnen, umzuformen, eine Malerei mit einfachen Mitteln aufzubauen,den Weg habe ich gewählt. Es ist der beschwerliche.« 1933 verhaftet man ihn in der Ausstellung »Entartete Kunst« im Lichthof des Dresdner Rathauses aufgrund protestierender Haltung vor dem Kriegstriptychon von Dix. Jahrelang lebt er als mittelloser Künstler von der Arbeitslosenfürsorge, immer auf der Suche nach einem authentischen künstlerischen Ausdruck. 1940 zum Kriegsdienst eingezogen, wird Querner 1943 nach Norwegen verlegt. Selbst hier und in der französischen Kriegsgefangenschaft bis 1947 entstehen eindringliche Bilder. Die Zerstörung von Wohnung und Atelier in der Annenstraße am 13. Februar 1945 markiert einen schweren Einschnitt. Zwei Drittel aller Arbeiten sind verloren. Doch die dadurch erzwungene Rückkehr in das Elternhaus in Börnchen erweist sich als glückliche Fügung, denn der Heimkehrer verwächst mit der archaischen Landschaft und dem engen Lebensraum. Hier findet er fortan seine Motive. Die schroffe und rauhe Natur des Erzgebirgsvorlands, das Dorf mit seinen Gassen, schwer arbeitende Bauern, die Familie, den Bauern Rehn. Herta, ein Bauernmädchen aus der Nachbarschaft, wird dem Maler zur Geliebten und zum bevorzugten Modell, ob für das Porträt, als Rübenauszieherin oder als sinnlich-vitaler Akt. Querner ist bereits 60 Jahre alt, als ihm von offizieller Seite in der DDR die längst überfällige Anerkennung zuteil wird. Obschon der ehemalige Schlosser einst Mitglied der ASSO und der KPD war, ist seine Kunst zu eigenwillig, zu unbestechlich. Querner liebt wechselnde Stimmungen und Launen, den Umbruch der Natur, ganz besonders im Monat März, den er den „Wintertöter“ nennt. Jeder Jahreszeit, aber auch jedem Akt und Bildnis verleiht er in seinen Bildern kräftige, erdige Zwischentöne mit leuchtenden Kontrapunkten. Seine besondere Hinwendung zur Aquarellmalerei seit Ende der 1950er Jahre begründet Querner im Tagebuch so: »Aquarellieren wurde für mich immer mehr zur Freude höchster Anspannung und Disziplin. Die Aquarelle müssen durchstanden sein, wie ein Rausch - in eineinhalb, zwei Stunden. Faszinierend, das, was ich empfinde, in so kurzer Zeit niederschreiben zu können. [...] Erleben und voll innerer Erregung niederschreiben. Ich sehe, ich male.«