Teaser Katharina Kretschmer

Katharina Kretschmer  

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Texte

Regina Niemann

... Katharina Kretschmer hat ein besonderes Talent, die Spannungen des Seelenlebens unter den Häuten des Alltags und unter den Gewändern unserer Eitelkeiten wahrzunehmen. Und ganz offensichtlich gibt es für ihre künstlerischen Ambitionen nichts Besseres als das Bild des Menschen selbst; seinen Körper, sein Gesicht, seine Gebärden, seine innere Welt und die Welt der Dinge, in der er sich bewegt. Und das ewige Spiel der Täuschung, das ewige Spiel des Verbergens, die ewige Lust, erkannt zu werden und sich selbst zu erkennen; all das greift sie auf in ihrer künstlerischen Form mit der Sprache der Körper, der Gesichter, mit der Wahl der Farben und Muster, mit dem Vokabular aus der Geschichte der Kunst und der archaischen Kulturen. Und so sind die Gestalten, die sie zeichnet, malt, druckt und collagiert, einerseits sehr irdisch, aber gleichzeitig erscheinen sie uns oft auch seltsam zeitlos und visionär. ...

Ausschnitt aus dem Katalogtext zu "Homo sapiens II", 2008

Michael Böhlitz

... Katharina Kretschmers besonderes Augenmerk gilt der Darstellung der Frau.
Sie gibt den großen weiblichen Hauptrollen der Menschheitsgeschichte ein Gesicht, verleiht weiblichen Figuren aus Mythos und Literatur in ihren Bildern Gestalt. So erstehen Eva und Salome wieder, Antigone und Kassandra erwachen zu neuem Leben. Sophie Scholl schaut auf uns und wird dem Betrachter plötzlich zu einem spürbar emotionalem Gegenüber. Katharina Kretschmer tastet die Bruchlinien und Narben weiblicher Emanzipation und Selbstbehauptung ab und widersteht dabei konformistischen Schönheitsidealen ebenso, wie sie sich eben nicht auf ein eurozentrisches Frauenbild westlicher Prägung festlegen lässt.
Nein, sie ergründet in ihren Bildern das Frau-Sein in der Welt und lässt in ihren Arbeiten ein universelles Bild der Frau entstehen, an dem historische Vorbilder, wie Sophie Scholl ebensolchen Anteil haben, wie die als schwarzhäutiges Model aufgestiegene und als Menschenrechtlerin gegen die Beschneidung von Mädchen kämpfende Waris Dirie oder auch die namenlosen Frauen von Dafur, oder die vielen anderen unbekannten Heldinnen des täglich weltweit sich fortsetzenden Kreislaufs von Verfolgung, Krieg und Unrecht. Von den Bildern, in denen Katharina Kretschmer diese Themen behandelt, überträgt sich ein unbedingter moralischer Impetus, der einem nichts fremd bleiben lässt, kein Leiden, keine Qual, kein Schicksal. Insofern darf der programmatische Katalogtitel "Homo sapiens" und mit ihm die Kennzeichnung unserer Gattung als "vernunftbegabt" und "weise", auch als hinterfragende Provokation verstanden werden.
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Ausschnitt aus dem Katalogtext zu "Homo sapiens III", 2012
Jördis Lademann

... Sparsam und konzentriert im Bildaufbau tritt sie ganz nah an das Geschehen heran, nutzt die Kraft klarer Farben, starker Kontraste und eindeutiger Linien. Auch ohne beim Namen genannt zu werden, sind ‘Medea und Jason’ als Paar zu erkennen, das einst innig verbunden war. Die Köpfe begegnen sich auf Augenhöhe, fast ergänzt sein Profil die Form ihres frontal gesehenen ovalen Gesichts, Nasen, Wangen, Lippen nah beieinander. Doch ein scharfer Schatten trennt sie bereits. Die literarischen Bezugnahmen verstärken den sinnbildlichen Charakter der Arbeiten, bieten ein gedankliches Vertiefen der Vielschichtigkeit an, die hinter äußerlich sichtbaren Phänomenen stehen kann. ...


in den DRESDNER NEUESTEN NACHRICHTEN über die Ausstellung "Unterwegs" in der Kunsthandlung Koenitz, 24.12. 2009
Herta Günther - C`est la vie | Ausstellung | Galerie Himmel

Nächste Ausstellung

Herta Günther - C`est la vie
11. Mai - 17. August 2019

Vernissage
Freitag, 10. Mai 2019, 19 Uhr

Einführung: Michael Wüstefeld, Lyriker und Essayist, Dresden

Musik: Florian Mayer, Violine
und Michael Kaden, Akkordeon