Teaser Hubertus Giebe

Hubertus Giebe 

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Texte

Bernd Küster

[...] Wie er einst malend gegend die Unterdrückung der Maler antrat, gegen das Redeverbot der Künstler redete, so steht er auch heute vor der Staffelei als der Kampfbereite, dem nichts zu beschönigen und nichts zu verklären ist, der aus dem Bewußtsein der eigenen Professionalität den Anspruch der Kunst als einer historischen Aufgabe zur Wahrheitsfindung herleitet, eingedenk ihrer eigenen Geschichte. [...] Giebe arbeitet nicht programmatisch, nicht didaktisch, aber er weiß um die Präzision und Vehemenz des Ästhetischen aus der Historie - und nutzt seine Rolle, aus einem überreichen Erbe weitergeben zu können, anstatt es zu verwerfen. [...]

Auszug aus "Was anderes als Malen?" Vorwort zu dem Buch "Hubertus Giebe" von Jörg Makarinus, 2003

Jörg Makarinus

[...]
Die Skizzenbücher. Sie offenbaren Giebes ursächliche Lust und Liebe zur Zeichnung und zeigen, daß stetiges Beobachten die Bildung  von Begriff und Wesen der Anschaulichkeit nicht der Vorstellung überließ. Wir treffen auf ungezählte Studien, formale und analytische Vergewisserungen oder freie Zeichnungen. Porträts von Menschen, denen er begenet ist oder die er beobachtete, Figuren, Akte, Landschaften, Veduten, Stilleben, Blumen, Interieurs: flüchtige Notizen oder hartnäckig durchgearbeitet, durch Farbe, Wahl der Technik und des Materials dem Beiläufigen enthoben, staunend und interessiert, forschend im Verhältnis der Gegenstände zu ihrem unstofflichen Raum, moduliertes Ambiente, Suche nach Aura. Wir finden hier auch jene stilistischen Elemente, etwa in der Darstellung von Licht und Schatten, denen sich Giebe in den großen thematischen Gemälden und graphischen Zyklen nicht mehr im Sinner der Nachahmung, sondern allein unter kompositorischem Aspekt und im inhaltlichen Sinn widmet. Das Werk in seiner Gesamtheit trägt alles und wird auch von allen Seiten angereichert, allein die Botschaften werden fokussiert. Giebe versteht sein Werk nicht als repräsentative Handlung, wichtig ist das Entstehen und Formen, sagt er, nicht die Sammlung. [...]

Auszug aus "Schein und Schock" aus dem Buch "Hubertus Giebe"
von Jörg Makarinus, 2003

Dieter Hoffmann

[...] Wie es heißt, ein Maler male immer sich selber, ganz gleich, wen oder was er male, so können wir sagen, bei Giebe wird fast alles Geschichtsbild. Er ist vom Geschichtsbild durchtränkt. Sein Gewährsmann wäre abermals Friedrich Schlegel: "Es gibt keine Selbstkenntnis als die historische."

Die All-Anwesenheit von Geschichte wird ein flüchtiger Betrachter vielleicht nicht wahrnehmen. Nur wenn dieser Künstler schöne Mädchen-Akte zeichnet oder malt und schöne Landschaften, erholt er sich von der Geschichte. Und Erholung tut not. Denn die Geschichte ist, wie Hegel sagt, eine "Schlachtbank". Der Maler kennt selber auch Rilkes Erkenntnis, daß nicht von Siegen zu sprechen sei, sondern einzig vom Überstehen. [...]

Auszug aus dem Katalogtext "Hubertus Giebe - Geschichtsbilder", 2007

Galerie Himmel

Aktuelle Ausstellung

Hubertus Giebe | Winterreise
27. November 2021 - 22. Januar 2022
 

Die Ausstellung wird am
27. November 2021, 10 Uhr, eröffnet. Eine Vernissage findet nicht statt. Der Besuch der Ausstellung ist unter 2G-Regeln (geimpft oder genesen) möglich.