Teaser Heinz Drache

Heinz Drache  

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Texte

Irma Emmrich

Heinz Draches Weg der Abstraktion führte nicht zum Konstruktiv-Stereometrischen, wie ihn Hermann Glöckner ebenso konsequent wie erfolgreich beschritten hatte. Er führte zur organischen Form, dem Irregulären eines Zeichens für atmendes, pulsierendes, verletzliches Leben - Grundlage und Voraussetzung menschlichen Seins. Es sei hier auf das Wort hingewiesen, das Goethe in der "Klassischen Walpurgisnacht" seines "Faust II" Thales von Milet in den Mund legte. Es gilt der Sehnsucht nach Menschwerdung des Homunculus: "Gib nach dem löblichen Verlangen, von vorn die Schöpfung anzufangen. Zu raschem Wirken sei bereit! Da regst du dich nach ewigen Normen durch tausend, abertausend Formen, und bis zum Menschen hast du Zeit."
Daß die Arbeiten Heinz Draches sich derart klar strukturiert darbieten, wird durch deren innerer Monumentalität bewirkt. Gleichgültig, ob Kabinett- oder Repräsentativformat, jeder Graphik, jedem Gemälde wohnen jene Spannung und jene Harmonie inne, die von einer Welt im Kleinen zeugen. Diese Welt, fragil und zerstörbar, ist der Sorgfalt und Behutsamkeit des Menschen anheimgegeben. Dafür plädieren nachdrücklich die sensiblen Bildstrukturen des Künstlers.

Auszug aus dem Katalogtext "Heinz Drache - Malerei" anlässlich des 60. Geburtstages des Künstlers in der Neuen Dresdener Galerie, 1989

Ingrid Wenzkat

Das Werk Heinz Draches bietet dem Betrachter Bildwelten stiller Wunder, aber auch bedrängender Dämonie. Es zeigt Entsprechungswelten zur realen: aus ihr geschöpft, von der Daseinsspezifik des Künstlers getragen ebenso wie von seinem Umfeld, und daher auch benennbar mit "Vogel", "Baum", "Muschel" oder "Vielbeinigem Stier". Aber spätestens hier erinnern die Arbeiten daran, daß sie Entsprechungswelten spiegeln, bei denen es auf die Übernahme von einem Mehr oder Weniger an wirklich Erlebtem oder Geschehenem nicht ankommt. Wichtig aber ist, daß sie sich nicht gleichsetzen lassen mit dem Gesehenen, also mit Realität. Wenn Ernst Bloch sagt, jedes Kunstwerk habe "ein utopisches Fenster, worin eine Landschaft liegt, die sich erst bildet", so meint er damit wohl, daß ein Kunstwerk von einem Ir-Realen ausgeht oder ausgehen sollte; daß es vorausexistiert im Geistigen und sich aus einer Vorstellung formt, der vergessen Gewesenes und Erinnertes, vielleicht schon vor langer Zeit Erfahrenes, zugrunde liegt. Für Heinz Drache trifft das in vollem Maße zu. Wenn er zu malen begann, war noch nichts festgelegt oder vorgenommen. Er arbeitete aus der momentanen Stimmung heraus, und sie spiegelt sich dann im fertigen Bild: Als ein wie durch ein Mikroskop gesehener Mikrokosmos voller Harmonie, ja Heiterkeiten, möglicherweise aber auch als Kulmination bedrückender Dämonien.

Auszug aus dem Katalogtext zur Gedächtnisausstellung zum 65. Geburtstag des Künstlers in der Stadtgalerie in Radebeul, 1994

Herta Günther - C`est la vie | Ausstellung | Galerie Himmel

Aktuelle Ausstellung

Herta Günther - C`est la vie
11. Mai - 17. August 2019

Vernissage
Freitag, 10. Mai 2019, 19 Uhr

Einführung: Michael Wüstefeld, Lyriker und Essayist, Dresden

Musik: Florian Mayer, Violine
und Michael Kaden, Akkordeon