Teaser Gerhard Altenbourg

Gerhard Altenbourg

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Texte

Lothar Lang

Zuweilen an den Eros gebunden, tritt die Ironie zwiefach hervor: in der oft spinnwebhaft differenzierten zeichnerischen Struktur und im Bildtitel, dessen Worte zum Gezeichneten hinzutreten und untrennbar mit der Darstellung verknüpft werden - ihre Assoziationsgehalte ins Verbale hinnehmend oder umgekehrt vom Sprachbild eine Tür ins Zeichenbild öffnend. In der zeichnerischen Struktur findet sich die Lust am Spiel mit Linien und Farben, mit Punkten und Tönen, mit Medien, die sich einander verstecken und überdecken, die in sich, in ihrem Geflecht, ihren Lagerungen, Bedeutungen tragen, welche nicht auf den ersten und zweiten Blick erschließbar sind.

Lothar Lang - Expressionismus und Buchkunst, Leipzig, 1980

Dieter Gleisberg

Die Folgerichtigkeit, mit der Altenbourg an seinem eingeschlagenen Wege festhielt, hat ihm ebenso Bewunderer zugeführt wie Gedankentiefe und Innerlichkeit seiner Bilder. Der hortus conclusus, in den er sein Domizil verwandelte, trennte ihn durchaus nicht hermetisch von der Außenwelt. Gäste von überall her werden häufig empfangen. Seine Kunst hat zudem auf manch Jüngeren schulbildend gewirkt. Vorallem aber zog sie die Sammler in ihren Bann. Neben privaten Liebhabern wetteifern auch unsere namhaften Museen, Blätter von Gerhard Altenbourg zu erwerben. Vorangeshritten ist das Altenburger Lindenau-Museum, dem, besonders konsequent, das Dresdner Kupferstich-Kabinett folgte (...).

Sowohl die monochromen als auch die farbigen Blätter sind von einer Kostbarkeit, Dichte und detailübersäter Verbohrtheit, wie sie nur entsagungsvolle Besessenheit und überströmende Imaginationskraft zustande bringen.

Gerhard Altenbourg - Zeichnungen und Graphik, 1986

Johannes Fellmann

Auf dieser manchmal hermetisch anmutenden Folie der Imagination fließt in seinem Bildkosmos in enormer Varianz alles Dargestellte ineinander, Figuren und Köpfe werden zu Landschaft, Landschaft verwandelt sich in Physiognomie. Altenbourg wählt einen hohen Horizont und breitet die Landschaft dann nicht in ihrer Weite aus, sondern geht in die Tiefe der thüringischen Hügel. Fast wie eine geologische Tiefenerkundung, so wirken einige seiner Bilder wie flächige, kraftvoll gemaserte Querschnitte in unbekannte Schichten der Natur, in die Tektonik der Erde. Sie wird zu seiner intimen Seelenlandschaft (...).

Gerhard Altenbourg: Der spätromantische Archäologe, 2010

Herta Günther - C`est la vie | Ausstellung | Galerie Himmel

Aktuelle Ausstellung

Herta Günther - C`est la vie
11. Mai - 17. August 2019

Vernissage
Freitag, 10. Mai 2019, 19 Uhr

Einführung: Michael Wüstefeld, Lyriker und Essayist, Dresden

Musik: Florian Mayer, Violine
und Michael Kaden, Akkordeon