Teaser Gabi Keil

Gabi Keil

Werke   |   Vita   |   Ausstellungen   |   Texte

   

Texte

Heinz Weißflog

Fluss- und Stadlandschaften beeindrucken auch die Dresdner Malerin/ Grafikerin Gabi Keil. Sie studierte bei Prof. Max Uhlig Malerei und Grafik an der HfBK Dresden und ist weitgereist (Paris, Madrid, Florenz, Salzburg, London und Venedig). Eine Kohlezeichnung vom Elbbogen kurz vor dem Bau der Waldschlößchenbrücke (die Fundamente liegen bereits) sowie die Lithografien mit Dresden-Ansichten "Am Albertplatz" und ein Blick auf London (2016) sowie eine farbige Durchsicht aus einem Schiff auf das venezianische "Vaporetto" (eine 7 farbige Lithografie, 2014) am Kanal bezaubern durch ihre oft malerische Auffassung. Eine imposante Kohlezeichnung schließt den Rundgang am Westteil des Ganges mit einem Anleger vor dem Meer ("Malamocco", 2013) ab. Mystisch und wie in der Weite verloren. "Es ist besonders die Stadtlandschaft, die mich zum bildnerischen Arbeiten inspiriert", schreibt sie in einem Statement, wo sich alt und neu begegnen, Farb- und Formenkontraste, besondere Lichtstimmungen und -situationen, die ein Bild einmalig machen. Es ist eine besondere Großzügigkeit, die auch den Menschen Gabi Keil sympathisch macht. Weltgefühl, Sehnsucht nach Freiheit und Weite im visuellen Erlebnis, das sie versucht zu fixieren. Vor allem aber die im Atelier nachfolgende Bearbeitung ruft das Gesehene anschaulich ins Gedächtnis zurück, lässt sie das Große vor der Landschaft noch einmal erleben. Dresden, die "Elb- und Stadtlandschaft stand thematisch am Beginn meiner künstlerischen Tätigkeit und ist auch heute immer wieder Ausgangspunkt für meine Zeichnung, Malerei und Druckgrafik", so Gabi Keil.

Auszug aus der Eröffnungsrede der Gruppenausstellung "Bildwelt intim",
Galerie 2. Stock, Rathaus Dresden, 2018

Anja Himmel

Gabi Keil zeigt unspektakuläre, nicht selten stille Orte, die in ihrem ungestörten Sein eigentümlich präsent werden. Ihre Stadtlandschaften sind oft menschenleer. Sparsam werden Spuren menschlichen Lebens notiert, ein verwaister Tisch am Fenster, eine wehende Bauplane im Gemäuer, ein wartendes Boot im Kanal.
Die Bildgewalt dieser ruhigen, beinahe lautlos wirkenden Malerei liegt in der Konzentration auf das Ganze, in der Bindekraft künstlerischen Sehens.
Der bisweilen flüchtig anmutende Blick ist dabei genau durchdacht und durchkomponiert.

Eröffnungsrede, Kunsthandlung Koenitz, 2012

Thomas Morgenroth

Die Veränderung der sie umgebenden Stadtlandschaft und die Urbanität anderer Großstädte wie Madrid, Paris und London sind für sie wichtige und spannende
Themen, mit denen sich Gabi Keil seit vielen Jahren beschäftigt. Zwischen 2005 und 2007 zum Beispiel malte sie in einer vierteiligen Folge den Blick aus einem ihrem Fenster auf die Kamenzer Straße. In zeitlichen Abständen wiederholt, zeigen die Gemälde den morbiden Charme und den fortschreitenden Verfall der Hinterhöfe, (...).


  SZ-Online, 10. März 2010

Annette Dost

Der Maler und Zeitgenosse Carl Gustav Carus hat sich auch mit theoretischen Fragen auseinandergesetzt, insbesondere mit den Mitteln des Bildaufbaus. Diese finden wir in Keilscher Umsetzung als individuelle Handschrift in dem Bild "Johannstädter Fähre" wieder. So erkennt der Betrachter in dem scheinbar realen Abbild die subjektive Auffassung der Malerin. Kennzeichnend für die vorliegende Arbeit ist eine überzeugend komponierte Landschaft, die spannungsvoll großzügige Formen und detailliert gemalte Stellen miteinander kombiniert, die einen harmonischen Farbklang hat, die die Warm-Kalt-Spannung nutzt. Wir finden ein Leuchten, das an romantische Stimmungen erinnert, dem Werk etwas Geheimnisvolles gibt. Die Wirkung des Bildes hat auf den Betrachter aber nichts Antiquiertes. Keils Landschaft ist eine Arbeit, die unmissverständlich der zeitgenössischen Malerei zugeordnet wird.

Weil das Bild "Johannstädter Fähre" mit einem regionalen Thema Tradition und Moderne der Malerei vereint, weil es einen individuellen Duktus und qualitativ hohe Malkultur zeigt und deshalb eine Autorenschaft nachweist, die Caspar David Friedrich von jedem, der Stift oder Pinsel zur Hand nimmt, fordert, wird der Caruspreis 2008 der Dresdner Malerin Gabi Keil verliehen.

Katalog "Gabi Keil - Carl Gustav Carus-Preis 2008"

 

Herta Günther - C`est la vie | Ausstellung | Galerie Himmel

Nächste Ausstellung

Herta Günther - C`est la vie
11. Mai - 17. August 2019

Vernissage
Freitag, 10. Mai 2019, 19 Uhr

Einführung: Michael Wüstefeld, Lyriker und Essayist, Dresden

Musik: Florian Mayer, Violine
und Michael Kaden, Akkordeon