Strawalde und sein Kreis

Ausstellung  |  24. Juli – 25. September 2021

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Künstler

 Strawalde  (*1931 Frankenberg/Sachsen), hat berückend-sinnliche Frauenbildnisse sowie kühne zeichenhafte Abstraktionen geschaffen. Als Pionier des Dokumetarfilms drehte er über fünfzig Filme. In seinem Dokumetarfilm "Drei von vielen" (1961) nähert er sich jungen Arbeitern, die sich der Kunst und einer alternativen Lebensweise verschrieben haben. Der Film, seinen Dresdner Malerfreunden Peter Graf, Peter Herrmann und Peter Makolies gewidmet, wurde in der DDR sofort verboten.

 

 Agathe Böttcher  (*1929 Bautzen/Sachsen) kommt 1947 in das zerstörte Dresden, um an der Hochschule für Werkkunst bei Barbara Schuh Applikation, Stickerei und Zeichnen zu studieren. 1951 lernt sie Jürgen Böttcher kennen, den sie wenig später heiratet. Strawalde eröffnet ihr den Zugang zu einem Kreis von Künstlern. Hier findet Agathe Böttcher Gleichgesinnte, mit denen sie in den 1950er und 1960er Jahren einen intensiven schöpfersischen Austausch pflegt.

 

Erika Dobslaff (*1940 Arcichow/Polen) trifft Strawalde Ende der 1950er Jahre. Die junge Schauspielstudentin wirkt in dem Dokumentarfilm "Drei von vielen" (1961) mit. Die Begegnung mit Strawalde und seinen Künstlerfreunden eröffnet Erika Dobslaff eine neue Welt. Seit den frühen 1960er Jahren malt sie magische, traumversunkene Landschaften. Bizarre Pflanzen, sonderbare Figuren und eigenartiges Getier bevölkern Leinwände und Papiere. Es sind dicht gemalte Erinnerungsstücke, Träume und Poesien, die große Intensität entfalten.

 

 Peter Graf (*1937 Crimmitschau/Sachsen) lernt Strawalde 1953 kennen. Das 1956 begonnene Studium der Malerei in Berlin-Weißensee endet für Peter Graf aprupt wegen systemkritischer Äußerungen. Zurück in Dresden 1957 wird der Freundeskreis um Agathe und Jürgen Böttcher, Winfried Dierske, Peter Herrmann, Peter Makolies und Ralf Winkler (A.R. Penck) zum Refugium des Künstlers. Bei regelmäßigen Treffen diskutiert man über Musik, Film, Literatur und Kunst.

 

Peter Herrmann (*1937 Großschönau bei Zittau/Sachsen), lernt Strawalde 1953 als Lehrer der Volkshochschule Dresden kennen. Seine Mitschüler und Freunde sind Winfried Dierske, Peter Graf, Peter Makolies und Ralf Winkler (A.R. Penck). Er gehört später zum Arbeitskreis Leonhardi-Museum, der unkonventielle Ausstellungen initiiert. Zusammen mit Eberhard Göschel, A.R. Penck u.a. gründet er 1978 am Obergraben 9 in Dresden-Neustadt die Obergrabenpresse, die ich als Verlag, Galerie und Künstlervereinigung versteht. Peter Herrmann verlässt 1984 die DDR und lebt seit 1986 in Berlin.

 

Peter Makolies Markenzeichen des Steinbildhauers Peter Makolies  (*1936 Königsberg/Preußen), seit 1955 mit Strawalde befreundet, sind archaisch anmutende Köpfe und Schädel aus Feldsteinen, die weitgehend naturbelassen nur bis zum Nötigsten bearbeitet und poliert werden. Formen und Physiognomien spüren der jedem Stein innewohnenden naturgegebenen Struktur nach. Nicht selten scheinen seine Skulpturen einer entlegenen Kultur anzugehören, in Gestalt und Antlitz jeder Anspielung auf Persönliches entsagend, einer Art Idealbild annähernd.

 

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