Werner Stötzer | Strawalde – Bildhauer und Maler

Ausstellung  |  4. Mai – 23. Juni 2018

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Werner Stötzer

Die Skulpturen von Werner Stötzer, dem gebürtigen Thüringer, der lange in Ost-Berlin und seit 1980 im Oderbruch lebte, erscheinen ruhig, archaisch und zeitlos, aber auch lastend schwer und zugleich schwebend leicht. Walter Jens sprach von einer „Synthese von Monumentalität und Grazie“. Stötzer verwendet die Steine so, wie sie aus dem Bruch kommen, spürt den Flächen nach, lässt Ecken, Kanten und Schnitte stehen. Man dürfe „nicht gegen seine (des Steines) Natur sein“, man müsse „ihm die Form geben, die ihm gemäß ist“, so der Bildhauer.

Werner Stötzer ist zweifellos einer der bedeutendsten Bildhauer Deutschlands. Er hat als Mentor von Meisterschülern der Akademie der Künste in Berlin, an der er 1954-58 selbst Meisterschüler bei Gustav Seitz war, eine ganze Generation von Bildhauern geprägt. Stötzers Werk ist auf die menschliche Figur und deren existenzielle Daseinsfragen konzentriert. Er sucht das Geistige in der Materie des Steins oder Tons aufzuspüren und an die Oberfläche zu holen, indem er seinen Figuren behutsame, oft nur vage ablesbare Proportionen verleiht und eine stofflich-bewegte Oberfläche schafft. Seine auf das Wesentliche konzentrierten Menschenbilder entstehen in bewusster bildhauerischer Reduktion, sind abstrakt, bleiben fragmentarisch. Stötzers eindringliche, sinnlich-poetische und zugleich philosophische Werke verkörpern die Würde und Haltung des Menschen in einer bedrohten Welt.


Strawalde

Jürgen Böttcher, der sich als Maler nach seinem Heimatort Strahwalde in der Oberlausitz nennt, hat berückend-sinnliche Frauenbildnisse sowie kühne, zeichenhafte Abstraktionen geschaffen. Als Pionier des DDR-Dokumentarfilms drehte er über fünfzig Filme.
Inhaltlich wie formal sind seine Filme wegweisend. Im ganz Alltäglichen sucht Böttcher nach Lebenssinn und Schönheit. In seinem DEFA-Dokumentarfilm „Drei von vielen“ (1961) nähert er sich jungen Arbeitern, die sich der Kunst und einer alternativen Lebensweise verschrieben haben. Der Film, seinen Dresdner Malerfreunden Peter Herrmann, Peter Graf und Peter Makolies gewidmet, wurde in der DDR sofort verboten.

Gezeichnet hat Strawalde neben seinem Schaffen als Regisseur immer, gemalt seit Anfang der 1990er Jahre wieder verstärkt. Eigenständigkeit und Freiheit kennzeichnen sein Werk bis heute. In seinen Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Assemblagen steht Figuratives neben Assoziativem. Auffällig ist ein spielerisches Moment, verbunden mit der Begeisterung für Material wie kostbare Papiere, Tapeterien, Stoffe, Kalligrafien, Bleche und Porzellan. In kraftvoll-poetischer Bildsprache collagiert, ja baut Strawalde nahezu wie in Filmszenen. So gelingt ein konzentrierter Ausdruck auch durch das Additive.

 

Galerie Himmel

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