Teaser Peter Graf - Heilbutt, kalt geräuchert

Peter Graf – Heilbutt, kalt geräuchert

Ausstellung  |  23. April – 11. Juni 2016

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Einführung

Der heute im Weinstädtchen Radebeul bei Dresden lebende Künstler Peter Graf, 1937 in Crimmitschau geboren, findet früh zur Malerei. Seine Mutter glaubt, er habe das Maler-Talent seines Großvaters, dem Spätimpressionisten Robert Hahn, geerbt. So reist der gerade 12-Jährige wöchentlich mit dem Zug nach Zwickau, um den Zeichenzirkel von Karl Michel zu besuchen. Hier hat er erstmalig Berührung mit Künstlern der Klassischen Moderne, allen voran Picasso.

Nach dem frühen Tod des Vaters siedelt die kleine Familie 1952 nach Dresden um. Graf besucht den Zeichenkurs von Heinz Drache und lernt 1953 Jürgen Böttcher kennen, der sich ab 1976 nach seinem Geburtsort Stra(h)walde in der Oberlausitz nennt. Das 1956 begonnene Studium der Malerei in Berlin-Weißensee endet für Peter Graf abrupt nach einem Jahr wegen systemkritischer Äußerungen. Doch die Berliner Zeit erweist sich trotz erfahrener Repressalien als fruchtbar. Riskante Aufenthalte in West-Berlin eröffnen dem Künstler die Malerei von Beckmann, Picasso, Rousseau, Manet und Cezanne sowie die Welt des Jazz.

Zurück in Dresden 1957 wird der Freundeskreis um Peter Herrmann, Winfried Dierske, Ralf Winkler alias A.R. Penck, Peter Makolies, Agathe und Jürgen Böttcher zum Refugium des Künstlers. Bei regelmäßigen Treffen diskutiert man über Musik, Film, Literatur und Kunst. Ein beeindruckendes Dokument dieser Zeit ist der von Jürgen Böttcher 1961 gedrehte Dokumentarfilm „Drei von vielen“, der von Graf, Herrmann und Makolies erzähltund unmittelbar nach seiner Fertigstellung verboten wird. 1965 lernt Graf den Dichter und Sänger Wolf Biermann kennen. Der „Dresdner Biermann-Kreis“ beteiligt sich an einer Unterschriftenliste gegen Biermanns Ausbürgerung aus der DDR 1976.

Trotz vieler Freunde bleibt Peter Graf in gewisser Weise ein Einzelgänger. Es sei besser „etwas außen zu stehen und die Dinge mit Abstand zu betrachten“, nur so könne man Unabhängigkeit bewahren. Seine besondere Lebenssituation unterscheidet ihn von den
meisten seiner Künstlerfreunde. Fast drei Jahrzehnte arbeitet er körperlich hart in verschiedenen Berufen, fährt Traktoren, Gabelstapler, Last- und Tankwagen,
ist Transport- und Lagerarbeiter. In dieser Zeit malt er nach Feierabend. Erst 1985 wagt Graf den Schritt in die freischaffende Künstlertätigkeit.

Die poetischen Werke von Peter Graf leben von ihrer traumhaften, surrealen Atmosphäre, von ihrer Verfremdung und ihrem augenzwinkernden Hintersinn, aber auch von ihrer Sehnsucht und ihrer Melancholie. Es ist eine stille, kultivierte Malerei, die in gedämpfter Tonalität einen Farbklang von Violett, Blau, Türkis, Grün und Braun mit leuchtenden Kontrapunkten virtuos zusammenführt. Neben dem Porträt und dem Stillleben mit Gegenständen des Alltags, wie ein Fleischwolf, ein Broiler, eine Zitrone oder Tabletten, liebt Graf die Allegorie, gern auch mit künstlerischem Zitat, das von Parmigianino und Caspar David Friedrich über Manet bis Picasso reicht. Bis in die Abstraktion hinein entwickelte Kompositionen, vor allem Landschaften, zeugen von einem Künstler, dessen Bildschöpfungen immer wieder überraschen und dem Malen sichtlich Vergnügen bereitet.

Anja Himmel

Blickwechsel 18 | Ausstellung | Galerie Himmel

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25. August - 29. September 2018

Vernissage

Freitag, 24. August 2018, 19 Uhr
Einführung: Anja Himmel, Galeristin