Ute Naue-Müller | Michael Hegewald - Fundstücke | Ausstellung | Galerie Himmel

Ute Naue–Müller | Michael Hegewald – Fundstücke

Ausstellung  |  2. Februar – 16. März 2019

Rundgang   |   Künstler   |   Vernissage   |   Einführung   |   Laudatio   |   Presse 

Einführung

Ute NaueMüller

Für Freunde und Kenner der Keramikkunst ist Ute NaueMüller (ehem. Großmann) ein Phänomen. Mit ihren phantasievollen tönernen Gebilden in Raku-Technik, ausgeführt mit höchster technischer Raffinesse und größter Lust am Fabulieren, gehört sie zu den Ausnahmeerscheinungen in der deutschen Keramikszene und darüber hinaus. Sie hat viele Ausstellungen, Preise und Ehrungen in Deutschland, Europa und Asien erhalten und findet begeisterte Sammler, die ihre Werke außerordentlich schätzen.

Ute NaueMüller hat eine ganz eigene, unverwechselbare Sprache entwickelt. Neben farbenfrohen Gefäßen mit aufwendiger und außergewöhnlicher Oberflächengestaltung stehen figürliche Arbeiten, die den Betrachter dank ihrer erzählerischen und oftmals ironischen Note zum Schmunzeln bringen. Motivische Anregungen sind ihr im weitesten Sinne Geschöpfe und Gebilde der Natur. Zumeist merkwürdige Kreaturen, Menschen und Tiere, die ihrer verschroben hervorstechenden Eigenart oder Torheit wegen zur Darstellung gelangen. Diesen Geschöpfen weiß Ute Naue–Müller sowohl den Ausdruck menschlicher Unzulänglichkeiten als auch den des zuweilen Komischen, ja Lachhaften alles Kreatürlichen abzugewinnen – stets die Balance zwischen charmanter Ironie und warmherziger Toleranz haltend.

Mit den reich gestalteten Dekoren der Gefäße, die im Mittelpunkt dieser Ausstellung stehen, schlägt die Keramikerin eher ernstere Töne an. So erinnern manch organische Ornamente an Einzeller unter dem Mikroskop und somit an den Ursprung allen Lebens. Andere Oberflächen in Streifen- oder Felderstruktur rufen Bilder der transzendenten Strahlkraft von Kirchenfenstern hervor und gewinnen damit höhere Bedeutung. Gern werden ihre Farbfelder auch als Reminiszenzen an Paul Klees Lagen- und Streifenbilder verstanden, dessen Bildethos mit seinen Farbformen und Tonstufen Ute NaueMüller tief verinnerlicht hat. Der Weg als Metapher für das Leben und seine wegweisenden Entscheidungen durchzieht das Werk der Keramikerin seit Beginn an.

Ute NaueMüller schafft mit ihren einzigartigen keramischen Objekten tönerne Überraschungen, oder anders gesagt Fundstücke, wie der Titel unserer Ausstellung verspricht. Ihre Werke vereinigen augenzwinkernd ein Sammelsurium der Ambiguität der Dinge und des Lebens und gleichen damit einer, wie Ute NaueMüller sagt: „Wunderkammer, die zum Schauen und im schönsten Fall zum Staunen“ einlädt.

Michael Hegewald

Wüssten wir nicht, dass der Maler Michael Hegewald in der quirligen Metropole Berlin zu Hause ist, könnte man annehmen, er lebe an der Küste, an fernem Gestade. Denn seine markanten Bilder zeigen fast ausnahmslos Motive, die um das Thema Meer kreisen: Strände, Dünen, Promenaden, in südlicher Sonne liegende Plätze. Hegewalds Landschaften sind menschenleer. Sparsam werden Spuren menschlichen Lebens notiert, etwa ein verwaister Strandkorb, eine Ruine oder ein wartendes Boot. Die Bildgewalt dieser ruhigen, beinahe lautlos wirkenden Malerei liegt in der Konzentration auf das Ganze. Der bisweilen flüchtig anmutende Blick ist dabei genau durchdacht und durchkomponiert.

Meisterlich arbeitet Michael Hegewald mit Pinsel oder Spachtel in einem auffälligen Hell-Dunkel mit feinen Valeurs aus Grau, Blau, Ocker und Schwarz, mitunter auch kühlem Weiß, mal licht, mal schwer, mal samtig, mal schrundig, stets mit einem hohen Maß an malerischer Sinnlichkeit. Hegewald verzichtet auf Figuren und erzählerische Details, um sich fern von jedem Szenischen auf das Wesentliche zu besinnen. Bühnenartig werden die gemalten Architekturen in den Bildraum geklappt, wie Kulissen eines Schauspiels. Der architektonische Bildraum erscheint begrenzt, im Gegensatz dazu suggerieren Streifen am Horizont die Weite von Himmel und Meer.

Die Gemälde von Michael Hegewald sind streng tektonisch gebaut. Flächen fasst er geometrisch, Linien wölbt oder bricht er. Neben kubisch-vereinfachten Häusern, Kiosken, Strandhotels, Türmen, Masten und Wimpeln setzt er verfremdende Formen oder Bildzeichen wie Dreiecke, Trichter, Buchstaben oder Ornamente. Dabei gelingt ihm, alles Gegenständliche in eine starke Bildform zu gießen.

Hegewald erschafft rätselhafte sphärische Räume, die in ihrer zurückhaltend-gedämpften Farbigkeit eine ebenso magische wie melancholische Stimmung erzeugen. Gleich so, als wolle der Maler sich und uns Sehnsuchtsorte und Wunschlandschaften südlich der Alpen, ob in Frankreich, Spanien oder Italien, in Erinnerung rufen. Evozierte, stille Orte, die abseits unserer laut und schrill gewordenen Welt regelrechte Refugien bieten.

Anja Himmel

Herta Günther - C`est la vie | Ausstellung | Galerie Himmel

Aktuelle Ausstellung

Herta Günther - C`est la vie
11. Mai - 17. August 2019

Vernissage
Freitag, 10. Mai 2019, 19 Uhr

Einführung: Michael Wüstefeld, Lyriker und Essayist, Dresden

Musik: Florian Mayer, Violine
und Michael Kaden, Akkordeon