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Siegfried Klotz

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Lutz Bleidorn – Sieben Leben

Ausstellung  |  30. November 2019 – 25. Januar 2020

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Einführung

Kindheitserinnerungen, Landschaftsfragmente, Traumbilder. Der in Rendsburg und Dresden tätige Maler Lutz Bleidorn ist ein Meister im Entwerfen persönlicher Sehnsuchtsbilder, ohne je im engeren Sinne beschreibend oder narrativ zu sein. Die seinen Werken zugrundeliegenden Orte eignet sich der Künstler im Prozess der Bildwerdung ebenso an wie Farbe, Figur und Form.

Im Jahr 1973 in Rendsburg in Schleswig-Holstein geboren, schloss Lutz Bleidorn 2011 das Meisterschülerstudium bei Elke Hopfe an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste ab. Seine Arbeiten sind stets eng mit dem persönlichen Erleben verbunden, sei es die momentane Lebenssituation des Künstlers oder die Erinnerungen an die Orte seiner Kindheit, wie die Umgebung des Elternhauses in Klinter Weg, das Wäldchen am Ortsausgang in Abendstimmung, Die Brücke auf dem Schulweg, der Armensee. Während Lutz Bleidorn Seheindrücke und Erinnerungen lange in abstrakten Bildkompositionen verarbeitete, sind die in der Ausstellung versammelten Gemälde, Collagen, Gouache- und Graphitzeichnungen im Kern gegenständlich und stammen beinahe ausschließlich aus dem für den Künstler höchst produktiven Jahr 2019.

Ausgehend von Natureindrücken, von Fotografien und vor Ort geschaffenen Hand- und Pinselzeichnungen entstehen im Nachgang im Atelier klein- und großformatige Ölgemälde, die dem Ausgangsmaterial zwar immer verpflichtet bleiben, aber als Ergebnis eines sensiblen Aneignungsprozesses doch erfunden und komponiert sind. So werden die Farben jenes Flusses unter der Brücke aus Kindertagen im Gemälde zu einem fein abgestimmten atmosphärischen Ensemble aus Grün-, Grau- und Beigenuancen sublimiert und Rendsburger Ansichten in kalkigen und dabei warmen Rosa- und Violetttönen verdichtet.

Ähnlich verhält es sich mit den Figuren in Lutz Bleidorns Bildwelten. Es handelt sich um Einzelgänger, die entweder allein auftreten oder aber nebeneinander aufgebaut werden. Selten berühren sie einander, sodass selbst im kleinen Format der Eindruck von Weite und einer gewissen Verlorenheit entsteht. Es ist eine surreale Versammlung aus Traum und Wirklichkeit, Vergangenheit und Gegenwart.

Die Anatomie der so geschaffenen Arbeiten ist höchst unterschiedlich: Einige zelebrieren die Illusion räumlicher Tiefe, wie das Bild Klinter Weg, in dem eine Straße am Horizont im Dickicht des Waldes verschwindet. Die Linien der Äste der Bäume aber konterkarieren die erzeugte Tiefenillusion wieder und zelebrieren das Bild als zweidimensionale Fläche. Ein ähnlich hybrides Raumgebilde entsteht in Hotel Sonne, wenn Teile der dargestellten Fassade im Auge des Betrachters vor- und zurückzuspringen scheinen, sodass wir mal von Außen nach Innen, von Innen nach Außen und dann wieder von einem Außen auf ein anderes Außen blicken. Letzteres wird vom Maler auf die Spitze getrieben in Der Sonntagsspaziergang: Wie auf einem Bildteppich erscheinen Fragmente der Rendsburger Silhouette, Gebäude und Mauern, stilisierte kleine Bäume und Sträucher als Chiffren von Natur und Farbfelder auf einer Ebene wie Flecken nebeneinander. Doch die programmatische, zum Teil irritierende Gleichzeitigkeit von Flächigkeit und Tiefe sprengt die „wabernden“ Bilder Lutz Bleidorns nicht, die permanente Veränderung des Seheindrucks macht sie lebendig. Beunruhigung als Lebensversicherung, Uneindeutigkeit als Lebenselixier.

                                                                                Dr. Teresa Ende

Galerie Himmel

Aktuelle Ausstellung

Lutz Bleidorn - Sieben Leben
30. November 2019 - 25. Januar 2020

Vernissage
Freitag, 29. November 2019,
19 Uhr

Einführung: Dr. Teresa Ende, Kunsthistorikerin, Dresden