Karen Graf - Holunderzeit | Ausstellung | Galerie Himmel

Karen Graf – Holunderzeit

Ausstellung  |  30. Juni – 18. August 2018

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Einführung

Die reizvolle Lage des Städtchens Radebeul bei Dresden, zwischen Elbtal und Weinbergen gelegen, auch Sächsisches Nizza genannt, die benachbarten Moritzburger Teiche, die milde Hügellandschaft Thüringens, aber auch Reisen nach Sardinien, Andalusien oder Finnland sind Inspiration für die Malerei von Karen Graf. Deren seit Mitte der 1980er Jahre entstandenes Werk gleicht mit seinen Landschaften, Stillleben, Interieurs und allegorischen Bildnissen einem kostbaren Schatz. Dem Betrachter erschließt sich eine stille, verinnerlichte, oft poetisch-melancholisch eingefärbte Bildwelt, die von alltäglichen und erinnerten Augenblicken erzählt. Mit Licht, Raum und Farbe suche sie, so Karen Graf, „den richtigen Klang“, um Realität und Traum, Alltag und Sehnsucht im Bild zu fassen.

Bereits früh reifte Karen Grafs Wunsch, Malerin zu werden. Doch blieb ihr nach dem erfolgreichen Abendstudium von 1982-85 an der Dresdner Kunstakademie ein Studienplatz der Malerei in Leipzig verwehrt. Ihren Dresdner Lehrern Agathe Böttcher und Fritz Panndorf verdankt sie neben handwerklichem Rüstzeug vor allem Bestätigung und Selbstsicherheit für den künstlerischen Weg. Als Karen Graf 1988 ihren späteren Ehemann, den Maler Peter Graf, kennenlernte, verinnerlichte sie den Geist der Unabhängigkeit, der sich seit den 1950er Jahren in dessen Freundeskreis bewahrt hatte, als sich um Jürgen Böttcher (Strawalde) junge Künstler wie Peter Herrmann, Peter Makolies, Winfried Dierske, Ralf Winkler (A.R. Penck) und Peter Graf sammelten. Unabhängigkeit und Unbeirrtheit, ein Schaffen fernab jeglicher Moden, prägen das aufrichtige malerische Werk Karen Grafs von Beginn an.

Berufliche Tätigkeiten und die Geburt der beiden Söhne haben das künstlerische Wirken Karen Grafs bis Ende der 1990er Jahre ruhen lassen. Seither entstehen kontinuierlich Arbeiten, die Ergebnis ihres intensiven Schauens, Erlebens und Selbstbefragens sind, durchdrungen von innerer Schönheit, humanem Geist und einem außergewöhnlichen Klangempfinden.

Eine besondere Faszination übt die sanfte Gestimmtheit ihrer Farben aus. Bei gedämpftem malerischem Grundton reicht die Farbpalette von Rosa und Violett bis zu warmem Gelb, Ocker und Braun. Karen Graf liebt Grüntöne und Blauabstufungen bis zum Türkis, bis ins Grau oder Weiß. Jedes Gemälde atmet ein eigenes, fein abgestimmtes Klima. Bilder vom Mittelmeer erscheinen lichthell in arkadischem Gewand, Herbstbilder sattwarm in getragener Melancholie.

Neben der ausgewogenen Farbigkeit zeugen stimmige Bildkompositionen von der Suche nach bildnerischer Harmonie. Die flächig gemalten Landschaften, deren Tiefe mithilfe von Plastizität und atmosphärischem Hell-Dunkel entsteht, aber auch Stillleben und Interieurs sind geordnet, fest umrissene Formen geben den Dingen Halt. Allem wohnt eine berückende Sinnlichkeit inne: Beeren duften, Wäsche tanzt schwer im Wind, Gischt schäumt. Karen Grafs Malerei ist ein Geschenk für jeden, der es vermag, mit den Augen zu schmecken, zu riechen, zu tasten, sinnlich zu begreifen.

Anja Himmel

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