Erich Fraaß, Heimfahrt

Heimfahrt ∙ um 1949 ∙ Öl auf Leinwand ∙ 120,5 x 100 cm

Erich Fraaß, Waldinneres

Waldinneres (Grillenburg) ∙ 1936 ∙ Mischtechnik ∙ 47 x 63,5 cm

Erich Fraaß, Teaser

Erich Fraaß - Ausdruck und Farbe  

 Ausstellung | 28. Januar - 10. März 2012

Einführung  

Erich Fraaß gehört zu den Künstlern, deren Hauptwerk zwischen den beiden Weltkriegen entstand und welche die Dresdner Kunstszene der 1920er und 30er Jahre maßgeblich mitbestimmten. Seine Bilder tragen die unverwechselbare Handschrift einer Malerei, die nicht allein durch ihre archaische Kraft und starke Farbigkeit überzeugt, sondern immer auch von einer tief wurzelnden Ehrfurcht vor der Würde des Menschen und seiner Arbeit in der Natur spricht.

Fraaß entstammt einer Weberfamilie aus dem sächsischen Glauchau. Trotz der familiären Armut nahmen die Eltern seine zeichnerische Begabung ernst und förderten ihn nach ihren Möglichkeiten. Mit Unterstützung des Glauchauer Pfarrers Zinßer konnte sich der 17-jährige an der Dresdner Akademie vorstellen. Zunächst besuchte er ab 1910 die Kunstgewerbeschule und wechselte 1913 an die Kunstakademie zu Oskar Zwintscher in den Malsaal. Dieser regte ihn an, „die Farben rein und richtig anzuwenden, gründlich die Formen zu studieren, sie zu achten und keiner individualistischen Willkür zu unterwerfen“.

Oskar Zwintscher, der mit Carl Bantzer und Robert Sterl zur naturverbunden „Goppelner Schule“ gehörte, öffnete Fraaß die Augen für das Elementare der Natur. Weite Landschaften, die sich zum Erzgebirgsvorland, zur Sächsischen Schweiz oder zum Elbtal mit seinen lieblichen Tälern, Feldern und Wiesen öffnen, sollten fortan seine Landschaftsgemälde prägen.

Der Erste Weltkrieg unterbrach seine künstlerische Ausbildung jäh. Fraaß zog als Freiwilliger an die französische Westfront. Wie viele andere Künstler war auch er von der Idee einer reinigenden Kraft des Krieges fasziniert und erkannte zu spät dessen Widersinn. Die Wucht und Sinnlosigkeit des Krieges führte schon bald zur Ernüchterung. Verletzt kehrte er in die Heimat zurück.

Nach dem Krieg beendete Fraaß sein Studium als Meisterschüler bei Robert Sterl. Der Impressionist Sterl, der den Ausdruckswert der Farbe über Alles erhob, schuf authentische und vitale Darstellungen von arbeitenden Menschen in der Natur. Fraaß ließ sich beeindrucken und schuf in den 1920er und 30er Jahren kraftvolle Bildnisse von Bauern mit ihrem Vieh vor weiten Landschaften.

Noch während seines Studiums bei Sterl im Jahre 1920 reiste Fraaß nach Holland. Unter dem Eindruck der Werke Rembrandts und Vermeers entdeckte er die Stofflichkeit der Farbe und die Wirkungen des Lichts.

1922 bezog Erich Fraaß mit seiner Familie eine kleine Wohnung in Gostritz, die einen wunderbaren Ausblick in die Landschaft bot. Hier lebte Fraaß mitten in der Natur, unweit von Gleichgesinnten, wie seinem Malerfreund Bernhard Kretzschmar. In den 1930er und 40er Jahren stand Fraaß auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens. Ruhe und Würde zeichnen seine Bauernbilder aus, die in Gostritz und anderen Dörfern der Umgebung entstanden.

Erich Fraaß war 1931 Mitbegründer der „Neuen Dresdner Sezession“, der prominente Künstler wie Otto Dix, Curt Querner und Hans Jüchser angehörten. Das Verbot dieser Gruppe im Jahr 1934 durch die Nationalsozialisten kritisierte Fraaß heftig. Nachdem er seit 1933 als „entartet"  galt,  wurde ihm 1935 die Künstlerschaft aberkannt.

In der Nacht des 13. Februars 1945 wurden das Atelier und der größte Teil seiner seit Ende des Ersten Weltkrieges geschaffenen Ölgemälde, Farbstiftarbeiten, Pastelle und Aquarelle durch Bombenangriff vollkommen zerstört. Heute sind noch etwa 550 Werke aus der Zeit vor 1945 erhalten, die vor allem einer Teilevakuierung nach Glauchau, seiner Heimatstadt, zu verdanken sind.

1947 wurde Erich Fraaß als Dozent an die Hochschule für Bildende Künste in Dresden berufen, 1953 dort zum Professor für Malerei ernannt. In den 1950er Jahren entstanden eine Fülle an Landschaftszeichnungen, besonders der Landschaften bei Moritzburg, der Sächsischen Schweiz oder aus dem Zittauer Gebirge. Am 9. Januar 1974 starb Erich Fraaß in Dresden.

Nach dem Regen | Ausstellung | Galerie Himmel

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Erich Fraaß, Herbstwind

Herbstwind ∙ 1947 ∙ Öl auf Leinwand

Erich Fraaß, Ochsengespann

 Ochsengespann ∙ 1950/55 ∙ Tusche laviert ∙ 48 x 65 cm 

Erich Fraaß, Zwei Uhus

Zwei Uhus ∙ 1928/29 ∙ Öl auf Leinwand ∙ 80 x 60 cm