Portraet Wieland Foerster

Wieland Förster

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Wieland Förster - Eros und Vergänglichkeit

Ausstellung  |  6. Juni - 19. Juli 2014

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Einführung

Wieland Förster, 1930 in Dresden geboren und heute bei Oranienburg lebend, zählt zu den großen deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Er sei Bildhauer geworden, weil er „an ganz bestimmten Grundverletzungen litt, mit denen ich sehr schwer fertig geworden bin. Es war der Versuch, aufzuarbeiten, was an Erschütterungen von der Zeit her in mich eingedrungen ist.“

Förster erlebte 1945 die Bombenangriffe auf seine Heimatstadt Dresden und ihren Untergang. Durch unglückliche Umstände wurde der 16-jährige 1946 zu siebeneinhalb Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Im Zuge einer Amnestie nach dreieinhalb Jahren aus dem Speziallager Bautzen entlassen, lag seine Jugend hinter ihm. Nach einer Ausbildung zum Technischen Zeichner begann er 1953 bei Walter Arnold in Dresden das Studium der Bildhauerei. Als Meisterschüler Fritz Cremers kam er 1959 an die Deutsche Akademie der Künste in Ost-Berlin. Schon 1961 musste der bekennende "Formalist" abbrechen und arbeitete fortan in einem kleinen Berliner Ladenatelier an seinem Lebenswerk.

Försters Hauptthema ist der Mensch. Nicht nur der Leidende, der körperlich und seelisch Versehrte, wie er ihn für Dresden mit dem "Großen Trauernden" (1982/83) oder später mit dem gehäuteten und unterworfenen „Marsyas - Jahrhundertbilanz“ (1999) geschaffen hat. Auch die vitale, sinnlich-schöne Frauenfigur, der Torso als Fragment, die wie ineinander verwachsenen Paare sowie das Porträt zwischen Abstraktion und Individualität zeigen sein eindringliches Menschenbild.

1967 empfing er während einer Reise nach Tunesien sein Ur-Erlebnis, wurden ihm „die Unvergänglichkeit der Felsen in ihren unabsehbar reichen Formationen und das unzerstörbare, wenn auch verletzbare Wachstum des Ölbaums“ zu Gleichnissen seines bildkünstlerischen Schaffens. Formal hatte ihn schon Jahre zuvor die Entdeckung der Eiform zur Grundform für sein Werk geführt. Jede Figur, jeder Torso wird aus unterschiedlich geneigten, ja gerichteten Eiformen rhythmisch aufgebaut.

Unabhängig von Kunstströmungen und Moden fand Wieland Förster zu einem plastischen Ausdruck, der die großen Errungenschaften der modernen Plastik seit dem späten 19. Jahrhundert in sich vereint. Vieles verbindet ihn mit August Rodin, der das Fragment zur Kunstform erhob. Zu nennen sind Ernst Barlach, Wilhelm Lehmbruck und Henry Moore. Auch Alberto Giacometti, Constantin Brancusi und Bernhard Heiliger haben ihn beeindruckt und doch nie zum Nachahmer gemacht. Einem optimistisch idealisierten Menschenbild sind seine Formfindungen nicht verpflichtet. Für sie schöpfte er tief aus dem eigenen Erleben und der Tradition.

Anja Himmel

Galerie Himmel

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